In seiner aktuellen Kolumne blickt unser IT-Veteran Oppty auf das Jahr 1998 zurück: Inkjet, Nokia, etc. . Er erzählt von der richtigen Technik, die Bedeutung von Händen und Beratern; dabei schwärmt er aber noch immer von einer ganz besonderen Experience. Aber seht selbst.

Hi Freunde!

Heute mal eine Geschichte aus der Kategorie „kann man machen, muss man aber nicht machen“. Ihr versteht sicherlich, dass es damals eine ganz andere Zeit war. Aber dennoch hat die Geschichte für Euch einige hilfreiche Erkenntnisse.

Gehen wir ins Jahr 1998 zurück. Eine Zeit, in der Inkjet-Drucker der letzte Schrei waren, E-Commerce gerade aufkam, Handys wie das Nokia 5110 oder 8110 en vogue waren. Seinerzeit hatten gerade mal 6 Millionen Menschen in Deutschland ein Handy. Erreichbarkeit war damals das hohe Gut, das heute Ruhe und Zeit ist. Schröder löste Kohl ab, Clinton rauchte mit Monika Zigarren, und mein guter Freund Dietmar, der für Dell in Asien unterwegs war, ist mit einer Douglas DC-9 der Cebu Pacific gegen einen Berg auf den Philippinen geflogen und ist dabei umgekommen.

Bei mir lief es seinerzeit recht gut. Zwar starb – wie erwähnt – mein guter Freund Dietmar im Februar, und seine Frau ließ sich auch nur kurz und unzureichend von mir trösten – aber es lief. Einige kleine Beteiligungen und das Tagesgeschäft als Account-Stratege in der IT-Branche waren wie ein Honigtopf. Ich überlegte mir, ob ich mir noch ein weiteres Ferienhaus kaufe oder ob ich in die Oberweite meiner Frau investiere und ihr eine kleine OP beim Doc in Lindau spendieren sollte. Zu Eurer Info: Ich habe beides gemacht. Und jetzt ratet mal, womit ich mehr Spaß hatte? Falsch! Ich hatte mit nichts von beidem viel Spaß. Zuerst war meine Frau weg, dann das Haus.

Ihr wollt wissen, warum und wie es dazu kam? Dann hört gut zu, ich erzähle es Euch nur einmal, wie das damals so war. Liebe war es nicht. Dafür war ich zu sehr verheiratet. Auch Leidenschaft war es eigentlich nicht. Ich habe es nur gemacht, weil ich seinerzeit Lust hatte. Heute würde man sagen, weil ich es konnte. Aber egal.

Ich hatte mich im Frühjahr 1998 mit einer Kollegin aus meinem strategischen Sales-Team eingelassen; wir waren für Big Deals verantwortlich – oder jedenfalls für das, was wir darunter verstanden. Sie war seinerzeit so 25 oder 26. Nennen wir sie mal – äh – Sabine.

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Sabine war wie gesagt so Mitte 20, ca. 1,83 groß und hatte blonde mittellange gekräuselte Haare. Von der Statur war sie recht schlank – so von der Art her einen 36er-Arsch in eine 34er-Hose gepackt. Etwas blass, mit dem Hang zum Vertrocknen, was wohl auch an ihrer einseitigen, fleischlosen Ernährung lag. Hinzu kam noch ihre Glutensensitivität, die nicht nur dafür sorgte, dass jede Bestellung im Restaurant eine Herausforderung war. Vielmehr verbrachte sie auch einige unserer geplanten Liebesnächte nicht mit mir an der Fensterfront des 36. Stockwerks des Plaza in New York mit direktem Blick auf The Pond, einem von sieben Teichen, im Südosten des Central Parks gelegen, sondern mit dem „flotten Otten“ auf den Örtlichkeiten. Insbesondere die Nächte in NY sind mir in besonderer Erinnerung. Es ging mir persönlich hier nicht nur um die Zeit mit Sabine. Auch Kultur und Kulinarik waren wichtig: Billy Joel im Garden und Burger in Williamsburg. Oder bei den NY Knicks, wo Patrick Ewing in einem Spiel gegen die Milwaukee Bucks versuchte, einen Alley-oop zu fangen und für die gesamte reguläre Saison ausfiel und erst zum zweiten Spiel der Conference Semifinals wieder zum Einsatz kam.

Sabine war bei diesen Sachen auch dabei; war aber für mich nie im Zentrum. War halt wie eine Girlfriend-Experience auf Abruf. Sie hatte auch nicht so den richtigen Zugang dazu. Sie wollte die New Yorker Jahre von Jackie nachspielen. Sie wirkte aber für mich eher wie die kleine Tochter von Jack und Janet Bouvier als wie die große O. – oder als die Frau, die im blutgetränkten pinkfarbenen Blazer neben Lyndon B. Johnson bei dessen Vereidigung stand. Und ich wollte auch nicht der Mann sein, der sie nach Paris – äh, New York – begleitet hat. Also echt für‘n Arsch! Obwohl: Ihre Vorliebe für französische Mode, die perfekt zu ihrer Silhouette passte und durch die Kitten Heels an den Füßen ideal abgerundet wurden, machten mich kurz willenlos und ich kaufte ihr einen schönen Dress. Heute stehe ich nicht mehr auf den Look, sondern vielmehr auf Sling-Pumps im Colourblocking-Stil zu einer schönen Jeans.

 

Aber ich schweife ab.

 

Vor Sabine hatte ich bereits einige Bekanntschaften. Mit allen hatte ich Sachen gemacht, die ich mit meiner Frau, der Mutter meiner Kinder, nicht machen wollte – bzw. die sie mit mir nicht machen wollte. All diese Sachen habe ich gemacht, weil ich wollte; weil ich konnte. Bei all diesen Romanzen dachte ich immer, das wirkungsvollste Körperteil, um die Sache richtig in Schwung zu bringen, sei die Zunge, mit der, wer trickreich zu spielen weiß, einiges bewerkstelligen kann.

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Aber seit Sabine sind es ganz klar die Hände. Und Sabine konnte trotz ihres jungen Alters so einiges mit ihren Händen anstellen: Glaubt mir, damit meine ich nicht nur Hemden aufknöpfen oder Reißverschlüsse aufziehen. Die Hände von Sabine waren Universalwerkzeuge. Hände sind für mich heute das Ding schlechthin. Mit unseren Händen können wir unglaublich erstaunliche Leistungen vollbringen. Und ich rede hier nicht von chirurgischen Eingriffen; jedenfalls nicht am offenen Herzen. Ich spreche nicht von der Gestaltung der David-Statue, die aus einem unbehauenen Marmorklotz entstand.

Und Sabine, die es wohl selbst während ihres Studiums in der Schweiz von einem Gastprofessor lernte, der Mitglied der Aschram-Schambaly-Sekte oder so war, war Michelangelo und ich ihre Sixtinische Kapelle. Ist aber auch egal.
Leute: Ich spreche nicht vom Begrapschen, Begrabbeln und Befummeln oder der Gelegenheit, die eine oder andere intime Stelle zwischen die Finger zu bekommen; nicht von Gebärden. Ich rede von weltbewegenden, himmlischen Erlebnissen, die durch ihren richtigen Einsatz quasi als Körperarbeit den anderen in lustvolle Höhen schweifen lässt. Ich spreche von Massagen. Massagen von Kopf bis Fuß, die jegliche Körperöffnung auf eine für diese bestimmte – und unbestimmte – Art und Weiße penetrierte und so Nervenbündel miteinander verknüpfte, die sich vorher noch nie begegnet waren. Synapsen verschmolzen. Du wirst jetzt sagen: Kenne ich, mache ich auch. Okay, glaub ich dir. Aber es geht hier nicht um Fingertechniken im Rahmen des Vorspiels oder einer Genitalmassage während deines klassischen 08/15-Beischlafs. Studien besagen, dass ca. 2/3 der Frauen beim klassischen oh-oh1998Beischlaf, wie du ihn betreibst, nicht zum Orgasmus kommen. Und auch wenn das grundsätzlich ja auch egal ist, verlangt es der Respekt, hier was dagegen zu tun.

 

 

Deshalb mein Rat: Nutze die Macht der Hand. Du wirst zwar jetzt fragen, wozu brauche ich eine Hand, wenn ich eine Zunge habe. Ja, nee ist klar: Wenn du nicht wie ich bereits einen Kinnbackenkrampf hattest, weil du deine Partnerin zum Höhepunkt lecken wolltest, kannst du es auch nicht besser wissen. Und auch der Wechsel zwischen Lecken, Saugen und Lutschen helfen nicht, den Zungenmuskel ausreichend vor Ermüdung zu schützen. Zwar bilden die inneren Zungenmuskeln ein Geflecht an Muskelbündeln bzw. -fasern, das in den drei Raumrichtungen angeordnet ist; jedoch sind diese für den Sprech-, Kau- und Schluckakt ausgelegt – und nicht für einen anderen Akt.

 

Aber ich schweife ab. Zurück zur Geschichte.

Ich habe mich gerne mit Sabine im Steigenberger in Bad Homburg oder im Maritim in Dresden getroffen. Einerseits konnte ich da anderen Hobbys nachgehen wie dem Black-Jack-Spielen im Casino oder meinen Investments in Schrottimmobilien im Osten. Andererseits war es in diesen Hotels egal, wenn man als älterer Mann mit einer jüngeren Frau auftauchte. Ein weiterer wichtiger Grund für die Orte: Die Reisen konnte ich gut abrechnen, da wir jeweils einige größere Kunden an den Destinationen hatten. Versteht mich nicht falsch. Ich bin kein Spesenritter, der sein Leben über Reisekosten finanziert. Vielmehr bin ich der Meinung, dass, wenn das Unternehmen hunderttausende von DM für Teambuilding-Maßnahmen ausgibt, ich auch ein paar Mark für meine persönlichen Teamevents haben kann. Human Relations halt. Und ich bin der Meinung, dass, wenn ich mir von einer Praktikantin oder einer Assistentin hin und wieder mal freundschaftlich habe einen blasen lassen, ich mehr für unser Unternehmen geleistet habe, als Ihr heute an einem Nachmittag im Kletterwald. Und ihr müsst daran denken, dass das alles zu einer Zeit war, wo Incentive-Reisen mit All-in-Paket nichts Schlimmes waren. Und wo das, was die Versicherungstypen von der Ergo gemacht haben, Kindergarten ist. Ich kann mich noch an einen Event 1993 in Prag erinnern – aber davon erzähle ich ein andermal.

Mit Sabine lief soweit alles ganz okay. Im Business konnte ich sie aussteuern und für meine Zwecke nutzen. Einmal setzte ich sie auf so einen kleinen fetten grauhaarigen Berater an, der einen Kunden bei dessen Beschaffungsmaßnahmen unterstützte. Ob sie ihm nun einen geblasen hat oder ob da mehr war, kann ich Euch nicht sagen. Ist mir auch egal. Wichtig war der Deal. Und den Deal haben wir gewonnen und die Provision und der Sonderbonus gingen in die Brüste meiner Frau und die Anzahlung für ein Haus am Balaton – und zwar am Südufer.

Bei dem Deal ging es um einen multinationalen Konzern. Ein breit angelegtes Outsourcing-Projekt, das dem Kunden über fünf Jahre erhebliche Kosteneinsparungen bringen sollte. Hatte es aber natürlich nicht; uns war das schon von vornherein klar, dem Kunden nicht. Wir haben die gesamten Skalierungseffekte eingestrichen und durch den guten Vertrag zusätzlich T&M verkauft. Im Rahmen des Auftrags ging es um die Infrastruktur der globalen Rechen- und Speicherzentren inkl. SAP-Geraffel sowie die jeweils lokal beschäftigten IT-Spezialisten – darunter Standorte in Belgien, England, Japan und in Malaysia. Die Firma, für die ich damals arbeitete, hat ca. 2001, da war ich aber nicht mehr da, den ganzen Bereich verkauft und nochmals Kasse gemacht; was müssen die gelacht haben. Wir hatten damals mit dem Outsourcing echt gutes Geld verdient. Die EBIT-Margen waren für den Bereich dicke im zweistelligen Bereich. Auch wegen einer Idee von mir, durch die Kombination von niedrigpreisigen Entwicklungsmöglichkeiten in Indien und ersten modularen Architekturen – quasi das, was Ihr heute im weitesten Sinne unter serviceorientierter Architektur versteht –, Outsourcing bei uns einzuführen. Okay – ich will ja ehrlich sein. Die Idee stammte nicht von mir, sondern von Leon, einem stattlichen Österreicher mit wallender Lockenmähne, der seinerzeit ein führender Berater war; eine echte Koryphäe in seiner Welt. Auf jeden Fall erzählte mir Leon von diesem Konzept und wie wir Support-Services gegen die monopolistischen Maintenance-Leistungen der Softwareanbieter aufbauen können. All diese Informationen bekam ich quasi im Austausch für eine Flasche Ziegler No. 1 Waldkirsch und zwei Flaschen Roeder Rosé (er war halt Österreicher), die wir gemeinsam an der Bar im Park Hyatt in Zürich leerten. Der Spaß kostete mich – respektive meine Firma – schlappe 1.127 Franken. Für den von mir eingebrachten Verbesserungsvorschlag bekam ich als Prämie 127.000 DM; direkt überwiesen auf mein Konto in Madeira.

 

 

Ich investierte das Geld seinerzeit direkt in Enron, einem extrem innovativ wirkenden Unternehmen. War nicht so gut: Enron ging 2001 in die Pleite, und mein unter extremen gesundheitlichen Risiken – ich musste schließlich Rosé-Champagner trinken – erarbeitetes Geld war weg. bzw. es war nicht weg, es hatte nur jemand anderes.

 

https://youtu.be/HSyk1kiI4Fc

 

 

Wie gesagt, das Outsourcing-Geschäft lief seinerzeit. Das lag auch daran, dass die IT-Leiter, die sich schon gerne als CIOs bezeichneten, ziemliche Idioten waren. Sie hatten in der Regel keine Ahnung von Strategie oder Planungen und sind halt an die Position gekommen, weil sie da waren. Ehemalige Admins, die nach dem Peter-Prinzip so lange aufgestiegen sind, bis sie den größtmöglichen Schaden anrichten konnten. Glaubt mir, die waren echt doof. Die hatten weder Ahnung von Kostenstrukturen noch waren sie in der Lage, einen ROI zu berechnen. Die kannten nicht die Kosten für das eigene Rechenzentrum, wollten aber von uns auf die Kommastelle genau wissen, welche Einsparungen sie erzielen.

Natürlich haben wir es so aufbereitet, dass wir daraus Nutzen ziehen konnten. Die Präsentationen, Berechnungen und Angebote waren so aufgebaut, dass der IT-Leiter die Kostenberechnung nicht nachvollziehen konnte, und die CFOs, unter denen die ganzen IT-Trottel angesiedelt waren, konnten die Zahlen interpretieren, aber nicht die darunter liegenden technischen Lösungen und die Implikationen von Maintenance, technischem Fortschritt im Kontext mit dem eigenen Wachstum. Auch wurden die entstehenden Abhängigkeiten, insbesondere der Lock-in für andere Bereiche, von denen nie richtig bewertet. Um unsere Position zu stärken, haben wir unterschiedliche Berater beauftragt oder sind mit denen auf „Schmusekurs“ gegangen – wie halt mit dem, auf den ich Sabine ansetzte, wo sie dem Typen in seinem für ihn viel zu engen SLK mutmaßlich sein Smegma wegleckte.

 

 

So war das damals – so kamen wir zu Geld; und so konnten wir durch Cross-Vermarktung tonnenweise andere Leistungen und den letzten Mist verkaufen. Euer alter Oppty empfiehlt Euch, es genauso zu machen, wenn Ihr heute mit der Cloud und den anderen Placebos unterwegs seid: Levelplay zwischen den Instanzen, ein, zwei externe Berater eingeschaltet und die Verträge für die Managed Services so gestaltet, dass der Up- und Cross-Sell automatisch kommt.

 

Aber ich schweife ab. Zurück zur Geschichte.

Mit der Zeit muckte Sabine manchmal auf und verlangte, dass wir uns auch mal an weniger „einschlägigen“ Orten treffen und dass wir auch mal was „anderes“ unternehmen. Mit „was anderem“ war nicht gemeint, mal ins Museum zu gehen oder auf ein Konzert mit anschließendem VIP-Programm. Auch nicht, mal mit dem Taxi in den Pärchenclub zu fahren. Es war gemeint, dass wir uns mal mit ihren Freundinnen treffen könnten. Oder gemeinsam mit Armin und Bianca mal ein verlängertes Wochenende in den Bergen machen.

Hey! What the fuck! Klar hätte ich mal gerne mit Sabine und Bianca, übrigens eine Rassefrau, die auch Rubens gefallen hätte, ein verlängertes Wochenende in den Bergen verbracht. Aber wofür brauche ich Armin? Klar, mit guten Freunden kreuzte ich auch mal die Schwerter. Aber mit Armin?

Armin, ein unsympathischer Typ mit Mischhaut, der später dank seines Bruders, einem Headhunter, zwischenzeitlich eine große Nummer bei der Vertriebsniederlassung eines amerikanischen Softwareanbieters war, nachdem er seinerzeit was mit Telefonanlagen machte – ISDN und so einen Mist.

Und das, was ich machen wollte, hat Sabine sicherlich nicht gemeint.

Also: What the fuck: Ich bin nicht die ständige Vertretung, nicht der Bundespräsident, der das siebte Kind adoptiert und auch nicht Mutter Theresa. Ich bin nicht dein Freund, nicht deine Lebensbeziehung. Sabine: Ich bin dein Mentor, der dir vieles zeigt, aber nur wenig nimmt. Akzeptier das: Ich Mentor, du eine Experience. Was ist daran so schwer? Doch wie konnte ich ihr das noch klarer vermitteln?element-3-1

Doch was sollte ich machen? Sabine kam immer öfter mit dem Thema, immer mit neuen Ideen für mehr gemeinsames Erfahren. Auch verweigerte sich Sabine immer öfter, wenn ich sie um einen kleinen Gefallen gebeten hatte – wie zum Beispiel so was Banalem, wie dem Redakteur von dieser Düsseldorfer Wirtschaftszeitung bei der Autofellatio zuzuschauen und ihn dafür zu loben. Mädchen: geht’s noch?

Also, was sollte ich machen? Sollte ich Sabine einfach den Laufpass geben, bei all dem Spaß, den wir hatten? Sollte ich sofort Schluss machen und den Betriebsfrieden gefährden? Nein, ich brauchte einen Plan.

Zunächst sprach ich einen Freund bei EMC an, dass ich für ihn eine super aufstrebende Ressource hätte, die für den Aufbau seines neuen Teams prädestiniert sei. Ich stellte über einen Dritten den Kontakt zu Sabine her. Der sprach sie an, ohne mein offizielles Zutun. Und wisst Ihr was: Die Alte hat mich rotzfrech angelogen, als ich mich mit ihr – quasi als Alibi – zum Zeitpunkt des vereinbarten Vorstellungsgesprächs mit ihr zum Essen verabreden wollte. Sie sagte, sie müsse zu ihrer Mutter, die sei krank. Klar; Zeit, dass du wegkommst. Versteht mich nicht falsch: Ich verschaffe der Alten die Chance ihres Lebens, und die lügt mich rotzfrech an.

Am liebsten hätte ich alles abgeblasen, also nicht im übertragenen Sinne, sondern ich hätte die Bemühungen gerne eingestellt. Doch dann hätte ich andere Probleme gehabt. Also spielte ich, ganz im Sinne des Nash-Gleichgewichts, die beste Antwort auf das Verhalten des Gegenspielers und wünschte „gute Besserung“. Also aufgemerkt:

Du musst in der Lage sein, das Spiel zu lösen, auch wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Gegner dasselbe Spiel spielt oder ob er andere Regeln hat. Verstehst du nicht? Okay, dann bist du wahrscheinlich aus der Generation XY-Unnütz. Deshalb in anderen Worten: Wenn Spieler irgendwelche Vereinbarungen treffen, ohne dass die Regeln des Spiels die Einhaltung garantieren, dann stellt sich grundsätzlich regelmäßig automatisch die Frage, ob es nicht vielleicht immer einen Spieler gibt, für den es sich lohnt, die Regeln zu brechen, um seine eigene Auszahlung zu erhöhen.

Was bedeutet das? Gehe nur Affären ein, bei denen keiner der Spieler als einziger einen Anreiz hat, vom Gleichgewicht abzuweichen. Zum Beispiel also nur Affären mit verheirateten Frauen (eh viel besser), nicht mit Praktikantinnen oder Singlekollegen. Verliebt Euch nie in Nutten – glaubt mir, dass geht schneller als gedacht – oder spielt den Sugar-Daddy. Kohle sinnlos raushauen ist okay, aber mit Auge. Also nur Affären mit Frauen, die mindestens so viel zu verlieren haben wie ihr. Gelegenheitssituationen hingegen sind jedoch in Ungleichgewichten auch okay.

 

Aber ich schweife ab. Zurück zu meinem Plan.

Nachdem ich für Sabine die Chance ihres Lebens vorbereitete, mietete ich in Poing, ich glaube in der Neufahrner Straße, die BDSM-Wohnung für ein Wochenende. Gleichzeitig schickte ich meine Frau mit den Kindern für das Wochenende nach Kufstein in Tirol. Sie sollte sich mit ihrer Freundin Anna eine schöne Zeit machen. Meine Frau betrieb eh zu jener Zeit jeden Tag eine andere Sportart, so einen Scheiß wie Walking oder Yoga oder Halma oder so – was war es wohl damals zu der Zeit? –, und sie war eigentlich ganz froh darüber; so nutzte sie schließlich die Möbel nicht zu stark ab.

Das mit dem Sport war aber doch nicht so gut für die frischen Narben an den Unterseiten der Brüste, die eh schon an den Außenstellen ca. 5 mm offen waren und etwas nässten und weißlich daherkamen. Ich sagte hier, sie möge doch bitte nicht die vom Arzt mitgegeben Leukostripes verwenden, sondern auf die Steri-Strips umsteigen. Und selbst wenn sie das nicht wolle, solle sie doch die Narben eher an der Luft lassen, die Brust cremen und kühlen, damit die Muskeln sich entspannen und die Brust nicht mehr so hart sei. Aber nein, ich hätte ja keine Ahnung. Sie wisse, was zu tun sei, es sei ja nicht ihre erste OP. Ich kämpfte auf verlorenem Posten und dachte „klar mein Schatz, mach du mal“. Ich hab ja meinen großen Plan.

 

Arten von Brustvergrerungen

 

Dass ich Ahnung habe, zeigte sich etwas später, als sie nochmals unters Messer musste. Zum Glück musste ich dafür nur noch indirekt bezahlen und mir den ganzen Scheiß nicht mehr anschauen.

 

Aber ich schweife ab. Zurück zur Geschichte.

Mein Plan: Eine letzte ultimative Nacht mit Sabine. Eine vollkommene technische Rundschau des möglichen – quasi. Danach wäre alles vorbei. Sabine nimmt den neuen Job an, in meinem Team ist Ruhe und ich gehe zu meiner Frau und beschäftige mich mit meinem strategischen Investment.sabine 1998

Doch es kam alles anders als geplant. Nee, nicht alles – nur einiges.

Also, ich reiste freitags mit Sabine nach München, wir machten unsere Termine und checkten zum Alibi im Hotel auf der Leopoldstraße ein. Ihr müsst wissen, damals war das mit dem E-Mails-Checken und ständigen Onlinemeetings noch nicht. Also haben wir im Hotel erstmal einen kleinen Aperol genossen und uns auch sonst gut vergnügt. Gerade angekommen, praktizierten wir so was Ähnliches, wie ihr es heute unter dem Begriff Dirty Sánchez versteht. Dann ging es zum Dinner mit einem Kunden. Am nächsten Morgen recht früh raus. Viktualienmarkt. Dort trafen wir zufällig Max Streibl, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Bayern, der wenig später an einem Herzinfarkt starb. Streibl war es übrigens auch, der schon lange vor Edmund Stoiber dafür sorgte, dass sich Technologiekonzerne verstärkt in Bayern ansiedelten – und die spätere Symbiose aus Laptop und Lederhose überhaupt möglich wurde. Zwar viel Streibl indirekt über den Münchner Kessel von 1992 zum Weltwirtschaftsgipfel und direkt über die Amigo-Affäre 1993 und konnte hier die Sachen nicht forcieren. Aber dennoch.

 

Ich – bzw. wir – kannten uns nur flüchtig: ein kurzes „Grüß Gott“; das war es. Eine kurze Anekdote noch: Streibl liegt auf dem Friedhof in Oberammergau in der gleichen Reihe wie der leere Sarg meines Kumpel Dietmar. Sachen gibt’s …

 

Aber ich schweife ab. Zurück zur Geschichte.

Auf dem Viktualienmarkt habe ich bei der „Bäckerlisel“ noch schnell ein Teilchen geholt und beim „Exoten Müller“ einige Kolonialwaren für die kommende Woche gekauft, insbesondere Flugpapaya, die, wie ich mich vorab informierte, gut zur Wundheilung sind. Und dann ging es ab nach Poing.

Angekommen – gleich volles Programm – mit allen Extras. Sabine war gut drauf und verbrachte mit ihren Händen wahre Wunderwerke. Auch ich gab alles, wusste ich doch, dass dies die letzten Momente mit Sabine waren; auch wenn sie es vielleicht nur ahnte, da ich mich so bemühte, aber nicht wissen konnte. Ich war voll auf Autopilot. Alkohol ja, sonstige Drogen: Nein! Nicht mein Ding.

Aber Leute, ich war seinerzeit voll auf Viagra; heute vertraue ich eher auf Levitra. Ihr müsst verstehen, Viagra, dass war damals ein großes Dingen – im übertragenen Sinn. Nicht, dass ich damals im Gegensatz zu heute unter erektiler Dysfunktion litt. Das Zeug kam im März 1998 auf den Markt und war für den Normalo schwer zu bekommen. Eine alte Freundin von mir, die zu der Zeit PTA war, besorgte mir aber die blauen Wunderdinger. Wir haben das Zeug eingeworfen wie Tic Tac. Und im Gegensatz zu meinen Kollegen hatte ich kaum Probleme mit Nebenwirkungen. Es kam lediglich gelegentlich zu einer leichten Dyspepsie. Einmal kam es, am nächsten Tag, zu einem Priapismus. Aber nur, weil ich im besoffenen Kopf die Dinger gefressen hab wie Treets. Und als Satan Alkohol meinen Körper verließ, setzte halt das Sildenafil ein. Diese Form der Dauererektion ist echt kein Spaß; eher schmerzhaft. Zum Glück war es nur der High-Flow-Typ des Pripismus. Hierbei kommt es zum Glück (im Unglück) zu einer vermehrten Zufuhr von arteriellem Blut und nicht von venösem Blut. Dadurch bleibt die Sauerstoffzufuhr der Muskeln sichergestellt. Ein hypoxischer Schaden ist somit eher selten; wobei eine Hypomäxie bzw. Anoxie nicht vollumfassend ausgeschlossen ist.

Leute, glaubt mir: Das ist kein Witz. Geht, wenn Ihr so was habt, sofort zur urologischen Ambulanz. Wichsen hilft nicht. Wartet nicht zu lange. Ich habe, so glaube ich, zu lange gewartet. Meine ED kommt glaube ich nicht von der Aktion, aber meine Penisdeviation schiebe ich voll auf diesen Vorfall.

 

Aber ich glaube, ich schweife ab. Zurück zu Sabine, der BDSM-Wohnung, Viagra und mir.

Also, wir sind so richtig am Machen. Über Stunden hinweg. Irgendwann, in einer kleinen Pause, Sabine hatte wohl zwischendurch wieder was mit Gluten gegessen, rufe ich meine Frau von meinem Handy auf ihrem Handy an. Ihr kennt das, wenn Ihr abends vor dem Weg zur Hotelbar noch die Frau anruft, Euch über den harten Tag beschwert, Ihr Euch gegenseitig die Liebesschwüre zusülzt. So war der Anruf. Ich hatte damals einen Nokia Communicator, meine Frau das 8110 – die Banane.

 

 

 

 

 

Kurz nach dem Anruf, ich reinigte gerade einige Spielzeuge, das Handy lag neben dem Waschbecken, kam Sabine zurück aus dem Bad. Sie war mit ihrer ungeplanten Colon-Hydro-Therapie fertig und versuchte, einiges wieder gutzumachen. Na ja, und es kam, wie es kommen musste. Keine Tastensperre, ich komme wohl auf die Tasten – ziemlich sicher mit meiner linken Hand! Wahlwiederholung! Bang! Meine Frau – und … – bekommt alles mit. Das ganze Programm am Waschbecken. Scheiß die Wand an!

Plötzlich höre ich ein Rauschen, fast wie ein Schreien. Dachte, ich hätte Halos. Dann sehe ich das Telefon, erkenne, dass meine Frau in der Leitung ist. Glaubt mir, es lief mir brühwarm das Bein runter. Und nicht aus Freude; und nicht zur Freude von Sabine.

Kurzum, ab hier wird’s …

Ich beende das Gespräch mit meiner Frau, Sabine hat plötzlich dank oder wegen meiner unfreiwilligen Inkontinenz auch keine Lust mehr auf was auch immer. Mein Controller steht auf hab acht und ich stehe da: Wie. Ein. Idiot. Wie kann ich auch nur so doof sein, nicht die Tastensperre zu aktivieren. Aber Leute: Das war damals so mit den Handys. Das war auch für Euren alten Oppty neu.

Na ja, wie ging es weiter? Unmittelbar großes Geschrei von Sabine. So Sachen wie Zukunft und gemeinsam und so. Ich sagte nur: „Ich wünsche dir viel Spaß bei EMC und deinem neuen Job.“ Raus und aus!

Für mich ging es dann zurück ins Hotel. Noch am Sonntag meinen Kumpel Rüdiger angerufen, einen Anwalt. Er könne jedoch nichts für mich machen, da meine Frau schon mit ihm gesprochen hätte. Und, wie sich später herausstellte, nicht telefonisch, sondern persönlich in Kufstein. Nicht nur ich hatte mir ein schönes Wochenende gemacht, sondern auch meine Frau und Rüdiger, der meinen Bonus genießen wollte.

Machen wir es kurz; es kam der Klassiker: Scheidung, Streit ums Geld, zunächst ein Pferd und dann eine Therapie für die Kinder, neuen Anwalt suchen, Freund verloren und so. Spaß kostet halt und manchmal die Familie und einen guten Freund.

 

Aber so what …

Jetzt kannst du von der Geschichte halten, was du willst. Aber einige wichtige Lektionen kannst du mitnehmen: Schütze deine Investments, spiele das Spiel zu Ende – du kannst im Leben nicht einfach „ne Stopptaste“ drücken –, und gehe dahin, wo der Ball sein wird und nicht wo er ist. Gehe rechtzeitig zum Arzt, sag nein zu Drogen. Nutze die dir zur Verfügung stehende Technik verantwortungsvoll und lerne, deine Hände zu benutzen.


Noch Fragen? Ich bin für Euch da. Ihr wollt wissen, was aus Sabine, Armin und Bianca wurde? Wie lange Rüdiger mit meiner Frau unglücklich war? Erzähle ich Euch gerne, wenn wir uns irgendwo an einer Bar oder einem Club treffen.

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Oppty the cat
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