„Wir müssen agiler werden – sonst droht uns Disruption!“

Wer mit einer solchen kryptischen Sprache der Angst argumentiert, braucht sich nicht darüber wundern: Die Menschen haben Angst vor der digitalen Transformation. In diesem Beitrag werden vier Ansätze gegen diesen Missmut genannt.

Die Ursache ist zu wenig Kommunikation. Wie sollen Mitarbeiter hinter tiefgreifenden Change-Initiativen stehen, wenn sie nur durch Emails oder PowerPoint Folien darüber erfahren?

Wie könnte man Mitarbeiter für eine digitale Transformation gewinnen?

Erstmal bietet es sich an die Mitarbeiter fit zu machen. Sowohl Techniker und Führungskräfte sollten schrittweise an die digitale Transformation herangeführt werden. Man muss sich mit der digitalen Revolution auskennen. Das nennt man dann „digital literacy“. Doch die Crux an der Sache ist: digital literacy lässt sich nicht verordnen.

Eine These: erst nach hunderten Stunden Auseinandersetzung mit der Digitalisierung bekommt man eine Ahnung vom Thema. Digital literates befassen sich ständig mit Innovationen, lesen Blogs wie diesen, hören Podcasts und Twitter. Es vergeht praktisch kein Tag, wo sie nichts Neues dazu lernen.

Hinter digital literacy stehen viele erläuterungsbedürftige Konzepte und neue Technologien. Man muss sich intensiv damit auseinandersetzen. Das dauert und braucht Ressourcen.

Man muss das WARUM dieser Konzepte verstehen, damit man nicht blind jedem Trend aus Blogs und Zeitschriften hinterherläuft. Man muss über die Digitalisierung Bescheid wissen, um das WIE im eigenen Unternehmen verstehen zu können.

Man braucht meiner Meinung nach zu Themen der Digitalisierung viel viel viel mehr Input und Austausch.  Echte Gegner gegen den Wandel werden sich dadurch nicht zu Verbündeten machen lassen. Es geht eher darum, offene und lernbereite Mitarbeiter auf allen Ebenen in eine erfolgreiche digitale Transformation mitzunehmen.

Warum nicht einige der folgenden Ideen ausprobieren und learning by doing praktizieren?

  1. Experimentieren mit neueren Produktentwicklungsmethoden wie lean start up, design thinking oder Design Sprints
  2. Workshop-Formate wie Hackdays organisieren
  3. Crowd-Innovation Konzepte wie Adobe Kickbox Innovation starten
  4. Vorträge zu Trends und Technologien, Mitarbeiter-Blogs, Podcasts oder Webinare zu unternehmensrelevanten Innovationen erstellen

Neben viel Spaß 🙂 haben diese Ideen weitere Vorteile: Die Mitarbeiter und Gruppen könnten zu Katalysatoren für die digitale Transformation werden. Die Kluft zwischen digital literates und illiterates wird sich dann mit der Zeit fast automatisch verringern.

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Christian Ehlert
Christian Ehlert ist seit September 2016 Gastautor bei Denkhandwerker.Er ist Geschäftsführer von LEANOFY und TrainDot. Er arbeitet seit über 15 Jahren an verschiedenen Positionen im IT-Sektor. Zuletzt hat er im Softwaretest an der Schnittstelle zwischen Business und IT im Bankingbereich mitgewirkt. Darüber hinaus ist er seit über 6 Jahren in der Innovationsentwicklung tätig.Mehr Informationen zu Christian Ehlert beiXing und Twitter