element-1Zu selten wurden das „warum“ und das „wie“ thematisiert. Klar: Es wurde gezeigt, wo „wir“ in Deutschland schon stehen und welche Pfade deutsche Unternehmen oder Behörden (haha) bereits angesteuert oder beschritten haben. Auch im Kontext von Europa und der Welt.

 

Aber nochmals: Die entscheidenden Fragen nach dem „Warum?“ dem „Wie?“ und dem „Was?“ wurden nicht gestellt. Wie soll all das umgesetzt bzw. realisiert werden? Was müssen „wir“ ganz konkret tun um dieses Ziel zu erreichen? Darauf gab es keine Antworten. Nicht von einer Anne Will, die von ihrer eigenen Redaktion bloßgestellt wurde. Nicht von einem Dieter Nuhr, der die Zusammenhänge auf seine Art interpretierte. Nicht durch die Infowellen.

Zu oft war man bemüht, die Chancen in den Vordergrund zu stellen und dabei die Risiken lediglich anzusprechen, aber bitte nicht in allzu umfassender Art und Weise. Oder umgekehrt. Getreu dem Motto: Das wird schon, wir schaffen das. Die Rente ist sicher, die Gebühren werden nicht erhöht und am Bahnhof in Köln ist an Silvester nichts Auffälliges passiert.

Nichts wird! Die ganze Sache wird brutal, bevor sie gut wird. Und hierauf sollte sich unsere Gesellschaft – sollte sich Kerneuropa – vorbereiten.

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Natürlich wird es neue Jobs geben. Natürlich wird es Gewinner und Verlierer geben. Es wird Jobs oberhalb und unterhalb vom Algorithmus geben. Für die Gesellschaft als Ganzes wird Wohlstand entstehen; für einzelne Individuen wird es Verluste und Armut geben. Auch für mich persönlich kann ich nicht sagen, auf welcher Seite ich stehen werde. Im Rubikonmodell der Handlungsphasen befinde ich mich zwischen Phase 2 (Planen einer getroffenen Entscheidung und deren Umsetzung) und Phase 3 (Handeln).

Was ich aber sagen kann: Wir brauchen eine Diskussion über das „wie“.

Wie können wir den Wohlstand sichern?

Wie können wir verhindern, dass Menschen auf der Strecke bleiben?

Wie können wir eine lebenswerte Gesellschaft gestalten? Wie müssen wir Grenzen und Leitplanken definieren? usw.

Und die Antwort: Indem wir jetzt anfangen, die Rahmenparameter zu setzen. Indem wir jetzt eine Leitkultur, die nicht im Gegensatz zum Multikulturalismus stehen muss, etablieren. Indem wir jetzt die richtigen Gesetze auf den Weg bringen. Indem wir als Gesellschaft versuchen, nur annähernd auf der Höhe der realen Entwicklungen zu sein. Indem wir die Zukunft planen, bevor die Gegenwart zum Problem wird.

Hierfür brauchen wir eine moderne und intelligente Sozialdemokratie, welche ich aktuell in Deutschland nicht sehe; ohne sie wird es nicht gehen. Und was ich noch schlimmer finde: Ich lasse mich von den Aussagen eines Pat… – ähh Christian – Lindner beeindrucken.

Aber Isso!

 

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Axel Oppermann
Axel Oppermann ist seit über 15 Jahren als IT-Marktanalyst tätig. Aktuell arbeitet er für das Beratungs- und Analystenhaus Avispador als Analyst. Axel schreibt bei Denkhandwerker über Trends und nachhaltige Entwicklungen.