Aus Big Data Nutzen ziehen: Daten richtig visualisieren

Deshalb sind neue Anforderungen an die mit den Daten vertrauten Mitarbeiter entstanden. Die gestellten Anforderungen sind einerseits natürlich an die Datenanalysten gerichtet, also an die Personen die für das Auswerten der Daten zuständig sind. Das ist aber keineswegs alles. Genauso wichtig ist nämlich die Visualisierung der resultierenden Zusammenhänge, Trends und Muster. Aus Daten ansprechende Grafiken zu erstellen, die auf den ersten Blick alle wichtigen Informationen liefern und für jeden verständlich sind – das ist die Aufgabe der Datenvisualisten. Denn, ob im Vertrieb, im Marketing oder in der Finanzbranche, überall wo große Datenmengen ausgewertet werden, helfen Visualisierungen bei der Aufbereitung von wichtigen Informationen. Damit das auch gelingt, und jeder, der noch nie etwas über die benutzten Daten gehört hat, Zugang zu den relevanten Aussagen erhält, gibt es einiges zu beachten.

Das Ziel der Visualisierung von Big Data ist es, Trends, Zusammenhänge und Muster auf einen Blick erfassen zu können.

Dabei ist die Präsentation einer Excel-Mappe oder einem überladenen Schaubild wohl wenig förderlich. Vielmehr kann dieses Ziel durch den Einsatz von Grafiken, Diagrammen, Kurven oder auch Landkarten erreicht werden, da sich Zahlen und Daten auf diese Weise schneller und präziser übermitteln lassen. Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Gerade deswegen prägen sich vorgestellte Inhalte und Zusammenhänge auch deutlich besser ein.

Bei dem Wort „Grafik“ sollte man sich nicht gleich ein langweiliges Kreis- oder Balkendiagramm vorstellen. Mittlerweile gibt es nämlich viel mehr und vor allem ansprechendere Visualisierungsmöglichkeiten, wie etwa Landkarten, interaktive oder aufeinander aufbauende Diagramme. Bei der Erstellung einer Visualisierung helfen außerdem diverse Visualisierungstools, von denen viele für jedermann zur Verfügung stehen, zum Beispiel Microsofts „Power BI“. Solche Tools helfen bei der Umsetzung einer Visualisierung und bieten bereits verschiedene integrierte Darstellungsmöglichkeiten für vorhandene Daten. Meist sind nur noch wenige Klicks bis zur fertigen Grafik notwendig.

Damit das Erstellen einer aussagekräftigen Grafik auch gelingt, sollte zunächst überlegt werden welchem Zweck das Schaubild dienen soll, also welche Informationen dargestellt werden sollen und wer die adressierte Zielgruppe ist. Während der Erstellung sollte dann stets beachtet werden, dass die Grafik nicht zu überladen sein darf. Es sollten also lieber mehrere aufeinander aufbauende und leichter zu erfassende Grafiken erstellt werden, anstatt alle Informationen auf ein einziges Diagramm zu quetschen. Die Grundregel ist hier: Auf keinen Fall zu komplex denken und alles so einfach wie möglich gestalten. Im Anschluss sollte dann ein passender Diagrammtyp ausgewählt werden. Dies muss in Abhängigkeit von der Art der vorhandenen Daten geschehen.

Liegen zum Beispiel Zeitreihendaten vor, so macht ein Verlaufsdiagramm Sinn, also zum Beispiel ein Linien- oder Balkendiagramm und vielleicht ein dazugehöriges Diagramm mit weiterführenden Informationen. Landkarten hingegen eignen sich gut zur Darstellung von Regionsdaten. Verschiedene Farben und Formen eigenen sich außerdem gut zur Unterscheidung von Datenreihen oder zur Kennzeichnung besonders wichtiger Daten, sodass Unterschiede auf den ersten Blick erkannt werden können.

Besonders beliebt bei der Visualisierung sind interaktive Grafiken. Unter interaktiven Diagrammen verstehen sich solche, die sich durch das Ändern eines Parameters durch den Benutzer ebenfalls ändern und andere Informationen anzeigen. Dies ermöglicht es dem Benutzer mit den Daten zu spielen, noch tiefer in die Daten einzutauchen und dem „Warum?“ von bestehenden Zusammenhängen auf den Grund zu gehen.

Das folgende Schaubild zum Beispiel beinhaltet verschiedene Grafiken zum Umsatz in diversen Branchen. Es birgt jedoch auch die Gefahr sehr schnell unübersichtlich zu werden, da eine Vielzahl von Daten gleichzeitig dargestellt werden. So lässt sich m Liniendiagramm, welches den Verlauf der Umsätze in den verschiedenen Branchen zwischen 2001 und 2015 darstellt, kaum ausmachen welche Linie zu welcher Branche gehört.

Durch eine einfache Verknüpfung der drei Diagramme lassen sich die Grafiken aber interaktiv steuern und somit viel übersichtlicher gestalten. Der Benutzer hat auf diese Weise die Möglichkeit eine oder mehrere Datenreihen einzeln darzustellen, was einer besseren Übersicht und Verständlichkeit dient.

Durch einen einzigen Klick auf eine Branche wird der Umsatz, der Verlauf des Umsatzes über mehrere Jahre, ein Vergleich mit anderen Branchen und die Anteile die den Umsatz ausmachen dieser bestimmten Branche angezeigt. Es ist auch möglich zwei oder mehrere Branchen gleichzeitig anzeigen zu lassen um sie miteinander zu vergleichen. So lassen sich gewonnene Erkenntnisse zur Struktur der Daten und auch Zusammenhänge besonders gut darstellen. So lassen sich die Inhalte gerade in Präsentationen besonders gut übermitteln.

Bei der Erstellung eines Diagramms, oder einer Visualisierung allgemein, sollten also stets die folgenden drei Schritte befolgt werden:

  • Es ist zu überlegen welchen Zweck die Grafik erfüllen soll. Welche Informationen sollen übermittelt werden und wer ist die Zielgruppe?
  • Die Grafik sollte so einfach wie möglich gehalten werden. Keine überflüssigen Informationen und keine überladenen Grafiken.
  • Ein passender Diagrammtyp ist der wichtigste Punkt. Er sollte stets auf die Art der vorhandenen Daten abgestimmt sein.

Auf diese Weise gelingt dann garantiert eine ansprechende Visualisierung wodurch auch die Veranschaulichung der aus den Daten resultierenden Ergebnisse gesichert werden kann.

Auch interessant:

Was bei Big Data, dem Analysieren von Daten & Co., alles schiefgehen kann

 

Teilen
Mabelle Franke
Themen die sich mit Datenanalyse und Computerverfahren aller Art beschäftigen, sind Mabelle's Steckenpferd. Fundierte Kenntnisse in diesem Bereich gewinnt Mabelle überwiegend im Studium der Mathematik. Den Bachelorabschluss hat sie seit Mitte 2015 in der Tasche und arbeitet nun am Masterabschluss.