Fake News, Social Bots oder Filterbubbles. Diese drei Buzzwords bestimmten, gerade rund um den US-Wahlkampf, die Schlagzeilen und nehmen eine immer größer werdende Rolle in der digitalen Kommunikation ein. Wie sicher können sich die Menschen sein, dass sie die richtigen Nachrichten und Informationen erhalten? Facebook und andere Initiativen wollen demnächst verschärft gegen die Verbreitung von Unwahrheiten im Netz vorgehen, doch damit ist das Problem noch lange nicht gelöst.

 Web Literacy als Ansatz für ein besseres Internet

„Doch, das stimmt. Ich habe es im Internet gelesen“, ein Zitat, das so ziemlich jeder von uns schon einmal benutzt hat – auch ich. Mit der rasanten Entwicklung des World Wide Webs scheint auch der Grad der Zustimmung zu dessen Inhalten deutlich zu wachsen. Auch wenn Google offiziell eine Suchmaschine ist, so wird der Branchenprimus meist als Antwortmaschine benutzt. Einmal eingegeben, das erste Ergebnis übernommen und voller Überzeugung weiter kommuniziert. Ähnliches und schwerwiegenderes Verhalten ist auch auf den Social-Media-Kanälen festzustellen. Wann haben wir aufgehört kritisch zu hinterfragen oder besser formuliert, wann haben wir aufgehört nachzudenken?

 

Bildrechte: Creative Commons (Mozilla Foundation)
Bildrechte: Creative Commons (Mozilla Foundation)

Ein wesentlicher Grund dafür ist die mangelnde Medienkompetenz in Deutschland. Schulen und Universitäten setzen das Internet als Informationsquelle voraus, verpassen es jedoch größtenteils, Schülern und Studierenden den richtigen Umgang zu vermitteln. Einen Beitrag zur verbesserten Nutzung des Internets leistet beispielsweise die Mozilla Foundation. Die gemeinnützige Organisation setzt gewisse Anforderungen an die Teilnahme im Internet voraus und definiert diese in ihrer Web Literacy Map. (Siehe Grafik) 

 

Wozu Web Literacy?

Laut der Mozilla Foundation lassen sich die benötigten Fähigkeiten zum gewissenhaften Umgang mit dem Internet in drei große Kategorien aufteilen:

EXPLORING:

Diese Fähigkeit setzt das Verständnis von Tools und Software voraus, um die Weiten des Webs sicher und zielgerichtet erkunden zu können. Hierunter fällt auch der wichtige Punkt „Credibility“, der die kritische Auseinandersetzung mit Informationen aus dem Internet als Grundvoraussetzung verankert.

 

BUILDING:

Welche Inhalte sind relevant für das Web? Sei es das Erstellen und Verbreiten von Content oder der Launch neuer Webseiten. Alle Inhalte des Internets müssen von allen Teilnehmern gleichermaßen genutzt werden können und im besten Fall einen Mehrwert bieten.

 

CONNECTING:

Das Internet ist eine große Gemeinschaft. Aus diesem Grund sollen wir gemeinschaftlich damit arbeiten und uns Informationen gegenseitig bereitstellen können. Gerade innerhalb sozialer Netzwerke sollte der Gemeinschaftsgedanke verwirklicht werden.

 

Web Literacy für ein besseres Internet

Den Weg, den die Mozilla Foundation aufzeigt, ist nur einer von vielen. Fakt ist jedoch, dass der Umgang mit dem Internet Grundkompetenzen voraussetzt. Diese sollten meiner Meinung nach bereits in der Schule vermittelt werden. Das erfordert eine Zusatzausbildung für das Lehrpersonal und der Aufnahme von Medienkompetenz auf den Lehrplan.

Maurya C (Mozilla)
Maurya C (Mozilla)

Das Internet ist schon längst Teil unseres alltäglichen Lebens geworden und wird eine immer stärker werdende Rolle einnehmen. Wir sind alle gefordert unseren Teil für ein besseres Web beizutragen. Dann bleiben Fake News, Social Bots und Filterbubbles nur Buzzwords einer vergangenen Zeit.

Alexander Grams
Student an der Hochschule Darmstadt, Studiengang Onlinekommunikation. Vorher in einer Agentur gearbeitet (Onlinemarketing und Social Media). Aktuell Chedredaktion pr-fundsachen.de. Vorliebe für digitale Themen und Fußball (ehemals Online-Redaktion 1. FC Nürnberg).