Vor vierundfünfzig Jahren nahm IBM in einem damals revolutionären Schritt die Software- und Hardwareintegration neu in Angriff. Dabei wurde ein System von Grund auf neu entwickelt unter der Berücksichtigung ausbalancierter Eigenschaften bei Hauptspeicher, Komponenten und im Netzwerk. Das Ergebnis hieß System/360 – der erste Mainframe von IBM – und war eine beispiellose Wette auf die Zukunft des Computings, die Unternehmen und Branchen veränderte. Und er hat sich selbst auch immer wieder verwandelt – bis in die jüngste Zeit. Das aktuelle Ergebnis heißt z14 ZR1 und LinuxONE Rockhopper II. Klingt technisch, kryptisch, ist es aber nicht. Und zwar deswegen:

Zu Beginn Mitte der sechziger Jahren war der IBM Mainframe voluminös, aber für heutige Verhältnisse bescheiden leistungsstark. Die aktuelle Ankündigung der neuesten Cloud-fähigen Mainframes von IBM ist ein klarer Beweis dafür, dass sich der Trend im Laufe der Jahre umgekehrt hat: Leistung rauf, Größe runter!

Kundenbedürfnisse immer im Auge
Zum ersten Mal wurde bei der z14 ZR1 auch die IBM Design Thinking-Methode verwendet, die das Feedback der Kunden von Anfang an mit einschloss. Benutzerfreundlichkeit und der Industriestandard-Formfaktor, Analytik und Sicherheit, wie sie von den Kunden definiert wurden, spielten eine Schlüsselrolle beim Design für die neuen Systeme.

Beispiel Sicherheit: Im Hinblick auf die Absicherung hat IBM die Secure-Container-Technologie von Mainframe erweitert, um die laufenden Anwendungen nur über definierte APIs zugänglich zu machen, um Workloads vor Insider-Angriffen zu schützen, die die verheerendsten sein können.

Kleiner, aber noch stärker
Die kleine z14 hat die Kapazität für mehr als 850 Millionen vollständig verschlüsselte Transaktionen pro Tag auf einem einzigen System (das sind ca. 10000 Transaktionen pro Sekunde!). Die einfache Oberfläche des Dynamic Partition Manager macht es noch einfacher, das System zu verwalten – das bedeutet neue Einstiegsmöglichkeiten für den Mainframe-Nachwuchs.

Von Special zum Standard
Die neuen Systeme benötigen keine spezielle Kühlung und verfügen über einen 19-Zoll-Industriestandard-Formfaktor – sie sind rund 40 Prozent kleiner als zuvor und können an jeden Platz im Rechenzentrum aufgestellt werden. Server, Speicher, Netzwerk- und Monitoringfunktionen: Alles bleibt im Rack.

In Summe: Werden sich Käufer nur aufgrund ihres Formfaktors für die neuen Modelle entscheiden? Ich denke nicht …. aber:

Mainframes sind und bleiben eine intelligente und trendige Wahl!
Der Standard-Formfaktor in Verbindung mit der extrem hohen Sicherheit, Hochverfügbarkeit und Skalierbarkeit des Mainframes sind die Schlüsselfunktionen, nach denen viele Unternehmen suchen und die die neuen Modelle zu einer intelligenten Wahl für Unternehmen fast aller Größen machen, insbesondere bei Cloud-Rechenzentrumsanbietern, und warum nicht – auch bei so manchem Start-Up mit Bedarf an sicheren und schnellen Transaktionen.

Die z14 ZR1 ist in der Tat Grundlage für eine IBM Cloud Private-Lösung, indem sie Speicher, Netzwerke und andere Elemente im selben physischen Rahmen wie der Mainframe-Server zusammenführt und so ein „Rechenzentrum in einer Box“ darstellt. Dabei ist Linux genauso ein typisches Betriebssystem auf dem Mainframe wie Docker, Kubernetes für Container und Datenbanken wie MongoDB, PostgreSQL etc. – nur eben schneller, sicherer, verfügbarer und skalierbarer: 330.000 Docker Container auf einer Rockhopper II sind ein Wort!

Und mit den wirtschaftlichen Trends in Europa, die kleinere und flexiblere Lösungen bevorzugen, haben auch klelinere Unternehmen das Potenzial, gegenüber etablierten Unternehmen in Bereichen wie Cloud-Services möglicherweise einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, wenn sie die neuen Lösungen verwenden. Durch „Mainframe-as-a-Service“ -Angebote wie die IBM Blockchain-Plattform und die IBM Cloud Hyper Protect-Familie können künftig viel mehr Menschen auf den Mainframe zugreifen und von dessen Skalierbarkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit profitieren.

Mainframes verändern die Wirtschaft – und die Welt
Nicht nur halfen diese Systeme ursprünglich, Menschen zum Mond zu bringen.  Sie waren auch der Moonshot für die Wirtschaft: Über computergestützte Buchungssysteme wurden Mainframes zu einem Rückgrat für die sekundenschnelle Transaktionsverarbeitung im Finanz-, Transport-, Bank- und Versicherungswesen. Es ist ein erfolgreicher Ansatz, an dem IBM für seine Kunden aus guten Gründen seither festhält und permanent verfeinert.
Geht der Mainframe mit der Zeit, bleibt er auf der Höhe der Zeit. Auch künftig. Ich bin dabei!

Alina Mot
Alina Mot ist Guide Share Europe Technical Coordinator, DACH