„Denkhandwerker – Die Sieben“ ist mal eine etwas andere Besten- oder Empfehlungsliste. Hier stellen interessante und interessierte Menschen ihre persönlichen Sieben vor. Egal ob Bücher, Trends, Weine, Spiele. Dinge, die sie gut oder schlecht finden, Einstellungen oder Verhaltensmuster, die sie ändern wollen oder was auch immer.

Die sieben Rechtschreibfehler, die (fast) jeder macht

Es gibt richtige Rechtschreibung und Rechtschreibung, die man immer sieht und irgendwann selbst übernimmt – auch wenn sie falsch ist. Hier sieben Beispiele dafür.

„Know-how“

Dieses Wort trifft man in verschiedenen Varianten: getrennt, zusammen, mit Bindestrich und ohne. Und wenn mit Bindestrich, mal mit großem und mal mit kleinem h danach.

Richtig ist: Entweder zusammen oder mit Bindestrich: Knowhow oder Know-how. Entscheiden Sie sich einfach für eine dieser beiden Versionen, und Sie liegen immer richtig. Der Duden empfiehlt übrigens die Schreibweise mit Bindestrich: Know-how.

 

 

„E-Mail“

Noch so ein Wort, an dem sich viele kreativ auslassen, es mal zusammenschreiben, mal getrennt und ohne Bindestrich.

Aber hier muss ein Bindestrich rein, weil Komposita (Wortzusammensetzungen) mit einzelnen Buchstaben immer einen Bindestrich brauchen. Sie schreiben ja auch „U-Bahn“ oder „V-Ausschnitt“ und kämen wahrscheinlich gar nicht erst auf die Idee, hier den Bindestrich wegzulassen, oder?

 

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Herzlich willkommen

Ja, Sie lesen richtig: In „Herzlich willkommen“ wird „willkommen“ mit kleinem w geschrieben. Nur weil es überall, vor jedem Baumarkt und auf jeder Website, mit großem W steht, muss es noch lange nicht richtig sein.

Klein geschrieben wird es, weil „willkommen“ hier das Adjektiv ist, und Adjektive (also Wie-Wörter) schreibt man bekanntlich immer klein.

 

 

Das Et-Zeichen

„Was ist denn ein Et-Zeichen?“, fragen Sie sich jetzt vielleicht. Aber keine Sorge, Sie kennen es: Es ist dieses schöne Zeichen: &. Es wird kaufmännisches Und oder Et-Zeichen genannt („et“ ist lateinisch und heißt „und“).

Die Bezeichnung „kaufmännisches Und“ sagt uns, wo dieses Zeichen ausschließlich hingehört: in Firmennamen. Nur dort sollte es verwendet werden: Strahlemann & Söhne, Obelix GmbH & Co. KG.

Ein Ersatz für ein „und“ in einem Satz oder in einer Aufzählung ist das Et-Zeichen also nicht. Auch wenn man es noch so häufig sieht.

 

 

Das Pluszeichen

Ein + ist ein mathematisches Zeichen und das sollte es auch bleiben: 2 + 2 = 4. Oder, ausgeschrieben: zwei plus zwei gleich vier.

Will sagen: Auch ein Pluszeichen ersetzt in einem Satz oder in einer Aufzählung nicht das schöne Wörtchen „und“.

 

 

Der „Deppenapostroph“

Ich will Ihnen jetzt nichts unterstellen, aber das heißt nun mal so. Der Deppenapostroph ist das kleine Zeichen, das oft ohne Not irgendwo reingezwängt wird. Und zu Merkwürdigkeiten wie „Info’s“ oder „Schweinesteak’s“ führt. Aber das Plural-s wird direkt ans Wort angehängt, ohne jeden Schnickschnack dazwischen: Infos, Schweinesteaks.

Genauso einfach funktioniert der Genitiv – ein s anhängen, ohne Apostroph oder irgendwas dazwischen: Annas neues Buch und Udos Rezension dazu.

Der Apostroph steht zur Verdeutlichung im Genitiv nur bei Namen, die auf s, ss, tz, z, x oder ce enden und dann steht er danach: Klaus’ neues Buch und Andreas’ Rezension dazu.

 

 

Das „Deppenleerzeichen“

Auch hier will ich Ihnen nichts unterstellen, ich weiß ja, dass nur die anderen das Deppenleerzeichen benutzen.

Wir können im Deutschen aus zwei oder mehreren Wörtern neue Wörter bilden: Schreibtischlampe, Stehcafé und natürlich den Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän.

Es besteht also kein Grund, diese Wörter durch ein Leerzeichen dazwischen auseinanderzureißen. Dann wird es nämlich schwer verständlich. Ein „Deppen Leer Zeichen“ ist eine Wortgruppe, bei der die drei Wörter nichts miteinander zu tun haben. Sie würden kaum verstehen, worüber ich schreibe. Beim „Deppenleerzeichen“ klingelt es sofort, oder?

 

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Christiane Kauer
Christiane Kauer ist seit Juli 2016 Gastautorin bei Denkhandwerker.Sie ist seit 2007 als freiberufliche Lektorin erfolgreich. Ihr Fokus liegt dabei beim schreiben, korrigieren und lektorieren von Texten. Ihre Tätigkeitsfelder erstrecken sich von Seminaren über Zeugniserstellung für Unternehmen bis hin zu optimierten Bewerbungen.Mehr Informationen zu Christine Kauer findet ihr unter lektorat-kauer.de und auf Facebook.