Es ist wie in einer Fernbeziehung- man schätzt, liebt sich vielleicht, ist trotzdem manchmal meilenweit voneinander entfernt und wenn es scheitert, dann immer an der Kommunikation: Die Geschäftsanbahnung zwischen Kommunen und Unternehmen kann schwierig und langwierig sein, dennoch ist sie in Zeiten der Digitalisierung vor allem eines: der Weg in die gemeinsame Zukunft!

Die Kommunen sind hierfür ein toller Ansprechpartner. Sie wollen Zukunftsthemen, wie die Digitalisierung mutig vorantreiben, in schnelles Breitbandinternet, Wohnraum, öffentliche Bäder und die Digitalisierung investieren. Dies freut natürlich auch die Privatwirtschaft. Unternehmen möchten gerne mit dem kommunalen Partner ins Gespräch- und vielleicht sogar ins Geschäft kommen. “Wer ist der richtige Ansprechpartner für mein Produkt?” diese erste Frage ist schon oft schwer zu beantworten. Denn schnell wird klar: Die Kompetenzen sind zwar breit aber nicht unbedingt übersichtlich verteilt. Geht es an den Einkauf von Dienstleistungen, wie beispielsweise Kommunikations- oder Verwaltungssoftware wird dabei eigentlich immer das Ziel verfolgt die öffentliche Verwaltung zu erleichtern und zu optimieren, den workflow und Informationsfluss zu verbessern, Genehmigungsverfahren, wie beispielsweise die Vergabe von Baugenehmigungen oder Prüfverfahren zum Brandschutz effektiver abzuwickeln. eGovernment ist hier das Schlagwort der Stunde.

 

eGovernment und der Landkreis:

Die Verantwortung für alle Bürger und die lokale Wirtschaft im Kreisgebiet liegt bei den Landkreisen. Vergleicht man die vielen Landkreise Deutschlands mit den E-Government Angeboten unserer Europäischen Partner, muss sich die Bundesrepublik leider ein schlechtes Zeugnis ausstellen lassen. Vor allem die Kommunen klagen über das Problem mangelnder Nutzerorientierung bei den meisten sogenannten eGovernment Lösungen. Sie bilden den Knotenpunkt zwischen Bürgern, lokalen Initiativen und Unternehmen und müssen sich mit dem Management dieses komplexen Beziehungsgeflechtes befassen.

Hier helfen könnte vor allem eines- ein Wandel der Denkweise. So wie Unternehmen aus der Sicht des Marktes oder besser des Kunden denken müssen, sollten Kommunen anfangen aus der Sicht ihrer Bürger denken. Und die wollen vor allem eines: Schnelle Lösungen, transparente und von allen von kommunalen Stellen einheitlich kommunizierte Informationen und zeitgemäße Lösungen für ihre Probleme. Die inzwischen allgegenwärtig beschworene Digitalisierung kann hier helfen.

 

Digitale Wirtschaft- was ist das eigentlich?

Die digitale Wirtschaft kann man als Querschnittsbranche alle Wirtschaftszweige beschreiben, in denen für die Geschäftsprozesse ein Netzwerk genutzt wird. Es geht also um Vernetzung auf allen Ebenen. Über 20 Milliarden Geräte und Maschinen sind bereits miteinander vernetzt. Bis 2030 sollen es circa eine halbe Billion sein. Intelligente Produktionsverfahren in der Industrie, Sensoren oder Big-Data-Analysen zur Verbesserung von Tierwohl, Effizienz und Umweltschutz in der Landwirtschaft oder vernetzte architektonische Modelle (connected BIM) im Bauwesen sind Beispiele für diese Entwicklung.

 

Wie kann die Digitalisierung die Verwaltung der Landkreise bereichern?

Dafür existieren verschiedene Möglichkeiten. Die Bewohner der Gemeinden wünschen sich mehr digitale Angebote und einheitliche Kommunikation, zum Beispiel im Bereich Verwaltung, Mobilität oder Gesundheit. Hier können die Kommunen von der Digitalisierung profitieren und müssen mit der Zeit gehen. Ein Beispiel für die Digitalisierung der Landkreise ist auch das Landkreisnetz. Landkreise können über dieses Netzwerk die Kommunikation Ihres Verwaltungsapparates verbessern, sich mit Beamten aus dem eigenen Landratsamt vernetzen, sowie mit den Mitarbeitern aus anderen Landratsämtern Austauschen.

 

Und bayernweit?

Das Bayernnetz ist ein digitales Netzwerk bzw. der digitale Treffpunkt für Spitzenverbände, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts in Bayern. Das Bayernnetz legt den Grundstein für individuelle und selbstständige Netzwerke Bayerischer Organisationen. Zu jeder Zeit besteht für die Mitglieder die Möglichkeit über das BayNet neue Ansprechpartner und interessante Themen anderer Vereine oder Behörden, Städte und Verbände zu finden und sich auszutauschen. Auch Landratsämter, Bibliotheken, Schulen und Gemeinden finden im BayNet die für Ihre Belange zuständigen Ansprechpartner und stehen selbst als kompetente Ansprechpartner für andere Mitglieder zur Verfügung. Darüber hinaus, bietet das Netzwerk für jedes Mitglied die Möglichkeit, die interne Kommunikation und den Austausch mit Bürgern individuell zu gestalten.​ Mit dem BayNet ist eine Bayerische Infrastrukturinitiative gestartet, die die Wirtschaft und Kommunalpolitik im Freistaat digitalisiert und Bayern zu einem Vorreiter in Sachen Digitalisierung machen soll.

 

Ideen aus der zunehmend digitalen Wirtschaft sollten auch in der öffentlichen Verwaltung ernst genommen und angegangen werden. In der Fernbeziehung zwischen Landkreisen und Unternehmen sollten sich beide Partner endlich ein Herz nehmen und sich Gedanken übers Heiraten und zusammenziehen machen.