Vor inzwischen elf Jahren kündigte die Bundesregierung mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte einen großen digitalen Fortschritt für die Sozialwirtschaft an. Bis heute konnte keine der in die eGk gesetzten Erwartungen erfüllt werden.

Doch die Zeit drängt: Das e-Health-Gesetz hat einen exakten digitalen Fahrplan vorgegeben. Verschiedene IT-Anbieter, Krankenkassen und Kliniken arbeiten momentan an der Entwicklung elektronischer Gesundheitsakten. Das Unternehmen vitabook hat mit dem Online-Gesundheitskonto eine bereits seit Jahren funktionierende, konsequent patientenzentrierte Lösung, die zugleich alle am Gesundheitswesen Beteiligten sicher miteinander vernetzt.

Das Konzept der elektronischen Gesundheitskarte ist gescheitert. Darin sind sich die meisten Experten einig. Der ursprüngliche Plan, das deutsche Gesundheitswesen mit der eGk ins digitale Zeitalter zu hieven, konnte nicht realisiert werden. Nicht eine der angekündigten Funktionen für elektronischen Datenaustausch ist mit der Karte möglich. Weder enthält sie einen Notfalldatensatz, noch einen Medikationsplan, geschweige denn Daten wie Röntgenbilder, Diagnosen oder Arztbriefe. Zudem besitzt kaum eine Arztpraxis Auslesemöglichkeiten, um die Daten zu nutzen. Statt Milliarden einzusparen, hat das Projekt eGk Milliarden verschlungen. Trotzdem hält die Politik weiter daran fest.

 

Das e-Health-Gesetz

Am 3. Dezember 2015 verabschiedete der Bundestag das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, das sog. e-Health-Gesetz. Ziel war es, die Chancen moderner IT-Technologien in der Versorgung effektiv zu nutzen und dem Patienten zu ermöglichen, seine Gesundheitsdaten im Rahmen seiner Behandlung verfügbar zu machen. Ab 2018 soll demnach ein Notfalldatensatz gespeichert werden können. Ebenfalls soll von 2018 an ein Medikationsplan – auf den seit Oktober 2016 jeder, der mehr als drei verordnete Medikamente einnimmt, einen Anspruch in Papierform hat – elektronisch von der Gesundheitskarte abrufbar sein.

Ab Ende 2018 soll die elektronische Patientenakte (ePa) als freiwillige Anwendung verfügbar sein. Auf diese hat nur der Arzt Zugriff. Zusätzlich soll der Patient in ein Patientenfach Individualdaten eingeben können. „Bis Ende 2018“ sollen „die Voraussetzungen für die Nutzung eines Patientenfachs mit der elektronischen Gesundheitskarte“ geschaffen werden, „so dass Patienten ihre Daten auch außerhalb der Arztpraxis eigenständig einsehen können“ (§ 291a Abs. 5c SGB V). Laut Bundesministerium für Gesundheit stehen dabei „Patientennutzen und –selbstbestimmung im Mittelpunkt“. Der Patient soll nicht nur entscheiden können, „welche medizinischen Daten auf der Gesundheitskarte gespeichert werden“ dürfen, sondern auch, „wer darauf zugreifen darf“.


Nur ein System ist unabhängig, sektorübergreifend und bereits Realität

Einige Krankenkassen, Kliniken und IT-Anbieter planen – oder entwickeln bereits – eigene Online-Gesundheitsakten: die TK z. B. gemeinsam mit IBM, die Sana Kliniken AG mit Intersystems und der AOK Nordost. Eine grundsätzlich positive Entwicklung, die zumindest der Digitalisierung des Gesundheitswesens Rechnung trägt. Ob Versicherte ihre kompletten Daten in ein von ihrer Krankenkasse bereitgestelltes System geben mögen, wird sich noch herausstellen. Vor allem aber richtet sich die Lösung der TK lediglich an TK-Versicherte.

Beim Modell der Sana Kliniken AG, Intersystems und der AOK Nordost unterliegen die Daten nicht der Hoheit des Patienten. Hier hat der Arzt jederzeit Zugriff. Somit wird sich dieses künftige Angebot wahrscheinlich dafür eignen, den elektronischen Informationsfluss zwischen Patient, Arzt, Krankenhaus und Krankenkasse zu optimieren. Das Konzept des selbstbestimmten Patienten unterstützt es nicht.

Genau das ist die Basis, auf der das komplette vitabook-Konzept fußt. Der mündige Patient ist Dreh- und Angelpunkt jeglicher Kommunikation. vitabook verbindet das gesamte Gesundheitssystem über den Patienten. Zwei weitere wichtige Aspekte, in denen sich das System von vitabook unterscheidet: Es funktioniert schon heute sowohl in puncto Selbstverwaltung des Nutzers als auch hinsichtlich der Vernetzung mit Leistungserbringern – und es ist unabhängig.

Möglichkeiten mit vitabook

Mit dem Online-Gesundheitskonto hat vitabook einen digitalen Speicherort geschaffen, an dem der Nutzer seine kompletten gesundheitsbezogenen Daten in elektronischer Form sammeln und vor allem auch verwalten kann. Er kann mobil von seinem Smartphone per App darauf zugreifen und/oder online am Rechner, ist also weder an Zeiten, noch an Orte gebunden.

Patientenzentriertheit heißt im Zusammenhang mit vitabook, dass ausschließlich der Inhaber des Kontos Herr über seine Daten ist. Er allein entscheidet, welche Daten gespeichert werden sollen und wer welche Daten einsehen darf. Er kann einem Arzt seinen gesamten Gesundheitsstatus zeigen oder nur Teile und diese Entscheidung jederzeit zurücknehmen.

Patientenzentriertheit bedeutet darüber hinaus, den Nutzer in seiner Selbstbestimmtheit zu unterstützen, ihn zum Koordinator seiner eigenen Gesundheit zu machen. Dafür gibt vitabook seinen Usern einige Werkzeuge an die Hand: Ein umfassendes Gesundheitslexikon mit evidenz-basierten Informationen, das natürlich kein Medizinstudium ersetzt, dem Patienten jedoch die Möglichkeit bietet, sich unabhängig vom Arzt zu informieren. Verschiedene Funktionen, um die Gesundheit selbst im Blick zu behalten: Sämtliche Pässe können digitalisiert und hinterlegt werden, um z. B. immer über den eigenen Impfstatus auf dem Laufenden zu sein. Vitalwerte wie Blutzucker, Blutdruck, Gewicht können dokumentiert, Hörtestergebnisse mit Verlaufskurve, Ergebnisse von Augenhintergrunduntersuchungen, Sehtests u.v.m. gespeichert werden. Selbst Patientenverfügungen und Vollmachten kann der Nutzer in seinem vitabook-Konto hinterlegen.

Mit dem längst überfälligen, für 2018 vorgeschriebenen digitalen Notfalldatensatz hat vitabook eine weitere Vorgabe des e-Health-Gesetzes schon umgesetzt. Im Notfalldatensatz hinterlegt der Nutzer in seinem Konto die von ihm gewünschten Daten. Notarzt, Sanitäter, Arzt und Apotheker gelangen in Sekundenschnelle durch Eingabe der Versichertennummer und einem Code, der sich auf einem vitabook-Aufkleber auf der eGk befindet, an die Notfalldaten. Außerdem hat vitabook den NOTFALLQR+ entwickelt, der es Rettern erlaubt, per PKW-Sticker und Schlüsselanhänger direkt die Notfalldaten des Patienten und sogar des PKWs abzurufen.

Ab 2018 soll der Medikationsplan für Patienten in elektronischer Form verfügbar sein. Auch das bietet das vitabook-Gesundheitskonto bereits. Der Nutzer (oder sein Apotheker/Arzt) kann seine Medikamente digital in seine Akte eingeben und direkt einen Wechselwirkungscheck vornehmen.

Neben den patientenspezifischen Funktionen gibt vitabook gleichzeitig Leistungsträgern wie Ärzten, Krankenhäusern, Pflegediensten und Laboren ein effektives System an die Hand, das alle am Gesundheitswesen Beteiligten sicher miteinander vernetzt und das jeweilige Versorgungsmanagement durch Entlassmanager, Implantatregister und –ausweis optimiert.

Der Datenaustausch zwischen Patient und Leistungsträger ist für beide Seiten einfach: Bittet der Patient einen Arzt, Daten auf das Gesundheitskonto zu laden, braucht dieser nur auf vitabook.de den Button „Daten senden“ anklicken, die Versicherten- und Versicherungsnummer der Gesundheitskarte eingeben und dann die Infos hochladen.

Mit aktuell 184.000 aktiven Patienten ist vitabook die deutschlandweit größte Gesundheits-Cloud. Bis dato arbeiten 41 Kliniken wie UKSH, MHH, Uni Mannheim und Helios, 517 Apotheken und 641 Pflegedienste mit vitabook.

Weiterführende Infos zum e-Health-Gesetz:
http://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/e-health-gesetz/e-health.html

Weiterführende Infos zur eGk:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektronische-Gesundheitskarte-Kommt-nach-der-Wahl-das-Aus-3793809.html

 

 

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Markus Bönig
Markus Bönig ist Gründer und Geschäftsführer von vitabook – Deutschlands führendem Service-Provider des Bürgers für Gesundheitsdaten. Zuvor war der Diplom-Kaufmann Strategy Manager bei Cisco Systems für den Bereich öffentliche Auftraggeber und das Gesundheitswesen. In führenden Funktionen bei Computacenter und der Bechtle AG hat er sich intensiv mit der Techniker Krankenkasse, aber auch öffentlichen IT-Dienstleistern wie Dataport befasst.Über vitabook: vitabook ist das deutsche Gesundheitskonto des Patienten, das ihm erstmals eine eigene, digitale Identität im Gesundheitswesen verschafft – vergleichbar mit einem Girokonto in Gesundheitsangelegenheiten. Der Patient kann sich damit sicher jegliche Gesundheitsdaten von Ärzten, Kliniken, Laboren u.v.m. in sein selbstverwaltetes Gesundheitskonto senden lassen. Die Daten werden stark verschlüsselt und liegen in der Microsoft Cloud Deutschland, hochgesichert in zwei deutschen Telekom-Rechenzentren. Infos zu vitabook: www.vitabook.de www.vitabook.de/connect https://www.notfallqr.de