Das Thema Digital Workplace gewinnt im Mittelstand weiter an Relevanz. Das zeigen viele Gespräche, Vorträge und Konferenzen. Das zeigt aber auch eine aktuelle Analyse von UP Research, welche neben einer Breitenbefragung mit über 230 Teilnehmern insbesondere auf konkreten Anwendererfahrungen beruht.

Die Ergebnisse sind schnell zusammengefasst und reihen sich in die Ergebnisse vieler anderer aktueller und relevanter Studien zum digitalen Arbeitsplatz ein: So hat die Digitalisierung von Arbeitsprozessen für über 80 Prozent der Befragten einen hohen oder sehr hohen Stellenwert. Über 30 Prozent sehen durch die Veränderungen, die sich durch die Digitalisierung ergeben, umfassend positive Folgen für das eigene Unternehmen; knappe 50 Prozent bewerten die Folgen als überwiegend positiv. Der Digital Workplace wird als eine entscheidende Komponente im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Unternehmen gesehen. Allerdings setzen erst 11 Prozent der Befragten auf eine zentrale digitale Arbeitsumgebung. Diese sind dann allerdings umfassend bzw. äußerst zufrieden.

Was aber neben der eigentlichen Erhebung interessant ist, sind die aus meiner Sicht gewonnenen Erkenntnisse und Ableitungen. Die zentralen Erkenntnisse der Studie werden zu folgenden Empfehlungen zusammengefasst:

 

  1. Das, was heute als digitale Transformation verstanden wird, ist eher eine Evolution als eine Revolution.

Beachten Sie die anstehenden Veränderungen als einen Marathon und nicht als einen Sprint. Definieren Sie für Ihr Unternehmen ein übergeordnetes Ziel (ein Leitmotiv wie etwa „Ich will Marathon laufen“). Definieren Sie für sich relevante und erreichbare Teilziele (heute laufen Sie 5 km, morgen 10 und übermorgen 20) und arbeiten Sie an der Umsetzung. Lernen Sie durch Fehler und entwickeln Sie Ihre Ziele und deren Umsetzung permanent weiter.

  1. Abwarten lohnt sich nicht.

Irgendwann ist immer heute: Das bedeutet, irgendwann ist es zu spät. Ein Warten auf die nächste Generation von Services oder Organisationsmodellen ist nicht zielführend. Es dauert, bis Neuerungen im Unternehmen realisiert werden können. Technik und soziale Polarisierung müssen verstanden werden, Akzeptanz muss geschaffen und die eine oder andere Hürde überwunden werden.

  1. Die Etablierung neuer Geschäftsmodelle bedingt die Etablierung neuer Arbeitsmodelle.

Die Veränderung der Märkte, egal ob regional, national oder global, bedingt eine Anpassung der Leistungserbringung, der Nutzung der Produktionsfaktoren im Unternehmen. Hierzu zählt auch eine neue bzw. erweiterte Betrachtung der Produktionsfaktoren Arbeit, IT und Wissen. Es gilt, diese essenziellen Produktionsfaktoren des 21 Jahrhunderts in neue Arbeitsmodelle zu übertragen.

  1. Die gesellschaftlichen Entwicklungen bedingen neue Arbeitsmodelle

Die Art und Weise, wie Menschen Technik konsumieren, nutzen und anwenden hat sich in den letzten 20 Jahren nachhaltig verändert. Die Art und Weise, wie sich Menschen selbst definieren, also ihr Privat- und Arbeitsleben, verändert sich permanent. Und die Art und Weise, wie der Produktionsfaktor Arbeit in der nahen Zukunft definiert wird, ändert sich gegenwärtig durch künstliche Intelligenz, Automatisierung und Robotik nachhaltig. Aus diesem Grund ist es unabdingbar, neue Arbeitsplatzkonzepte zu etablieren.

  1. Digital Workplace und Social Intranet stehen synonym für die Gegenwart und Zukunft der Arbeit.

Wird heute über den Arbeitsplatz der Zukunft diskutiert, führt kein Weg an Social-Intranet- und Digital-Workplace-Konzepten vorbei. Die Ziele, einerseits das Potenzial vorhandener Mitarbeiter zu erhöhen, etwaige Engpässe bei Fachressourcen auszugleichen und andererseits die notwendige Automatisierung von Prozessen zu forcieren, bedingen diese Ansätze.

 

 

Die Studie ist zu finden unter https://www.intrexx.com/de/digitalisierung-mittelstand.
Mich würde eure Meinung hierzu interessieren. Gerne als Direktnachricht oder Kommentar.

Axel Oppermann
Axel Oppermann ist seit über 15 Jahren als IT-Marktanalyst tätig. Aktuell arbeitet er für das Beratungs- und Analystenhaus Avispador als Analyst. Axel schreibt bei Denkhandwerker über Trends und nachhaltige Entwicklungen.