Die vierte industrielle Revolution steht vor der Tür: Nach der Mechanik, Elektrizität und IT kommt jetzt: das alles gleichzeitig. Vernetzt und automatisiert. Müssen Industrieunternehmen dafür jetzt reihenweise Smart Factories aus dem Boden stampfen? Nein, denn man kann Industrie 4.0 auch Schritt für Schritt angehen. So finden auch KMUs einen Einstieg in die Digitalisierung der Produktion. Das ist auch nötig, denn das Thema beschäftigt nicht nur Großkonzerne. Viele kleinere Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie die Vorteile der vernetzten Produktion nutzen können. Unter diesem Motto stand der erste Freiburger Industrie-4.0-Tag am 16. November 2017.

Über 50 Besucher informierten sich in den Räumlichkeiten des Softwareherstellers United Planet zu Trends und Erfolgsbeispielen der vernetzten Produktion. Vorträge von der IHK Südlicher Oberrhein, der Knoll Firmengruppe SICK AG, der und hago Feinwerktechnik beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Im Zentrum der After-Work-Veranstaltung standen die Fragen: Welche Rolle spielt Digitalisierung für die Industrie? Wie können Firmen leicht und kostengünstig mit Industrie 4.0 anfangen? Und welche Erfolgsbeispiele gibt es?

Manfred Stetz, Geschäftsführer von United Planet, begrüßte die Teilnehmer mit einigen Anekdoten und eindrucksvollen Beispielen für digitale Disruption: „Airbnb ist der größte Anbieter von Übernachtungen – ganz ohne eigene Immobilien zu besitzen. Facebook das größte Medienunternehmen – ohne eigene Inhalte zu erstellen. Und auch Unternehmen, die wir als eher traditionell wahrnehmen würden, entwickeln immer mehr digitale Dienstleistungen“.

Industrie 4.0 – mehr als ein Trend?!

Werner Reif, Mitglied der Geschäftsleitung der IHK Südlicher Oberrhein, stellte im Anschluss die Frage, ob Industrie 4.0 nur ein Trend sei. Wenig verwunderlich, dass die Mehrzahl der Anwesenden das verneinte. Reif betonte allerdings, dass die Entwicklung noch weiter gehe: Für Industrieunternehmen spiele nicht nur die „vernetzte Produktion“ eine Rolle, sondern der weit umfangreicherer Themenkomplex der Digitalisierung.

Im Anschluss löste Frank Steinhoff das Versprechen der Veranstalter ein, Hand-on Vorträge aus der Praxis zu bieten. Der Geschäftsführer (COO & CTO) der Knoll Firmengruppe GmbH zeigte, wie man mit geringem Risiko einen erstaunlichen Mehrwert schaffen kann. In diesem Zuge stellte er die MONTANA Digital World vor. Dabei handelt es sich um einen digitalen Service, den Knoll den Nutzern seiner Montana Skischleifroboter anbietet. Etwas vereinfacht gesagt: „Der Skiservice-Anbieter kann jetzt selbst auf die Piste und sieht jederzeit in der Applikation, was seine Maschine gerade tut.“ Als besonderes Bonbon zeigte er per Liveübertragung aus der vernetzten Fabrik, wie das in der Praxis abläuft.

Das Erwachen der Macht?

Die geplante Pause wurde übersprungen und so übernahm Oliver Lingg direkt den Staffelstab. Unter dem plakativen Titel „Industrie 4.0 – The Force awakens!“ zeigte er, welche Rolle die Sensorik in der Industrie 4.0 spielt. Und mit Sensoren kennt sich der Head of Industrial Software von der SICK AG nach eigenen Angaben noch ein bisschen besser aus als mit Star Wars.

Zum Abschluss des „offiziellen“ Teils standen Patrick Kuner von der Feinwerktechnik hago GmbH und Harald Röder vom Softwaredienstleister CEMsoft auf der Bühne. Sie zeigten, wie die Kombination einer SPS- Schnittstelle und der Low-Code Development Plattform Intrexx das Monitoring von hochmodernen Laserschweißanlagen ermöglicht. Ein Qualitätszuwachs von 13% und die Amortisationszeit von weniger als 6 Monaten sprechen für sich.

Networking und digitale Aufbruchsstimmung

Die Gelegenheit zum ungezwungenen Austausch bei Häppchen und Getränken wurde nach den Vorträgen ausgiebig genossen. Zwischen Zukunftsvision und „wir packen das jetzt auch an“ entstand dabei eine Stimmung, die einige der Teilnehmer noch auf dem Heimweg zu eigenen Anwendungsmöglichkeiten inspirierte.

 

Erstveröffentlicht auf http://www.arbeitsplatz40.de/industrie-40-tag-freiburg/

 

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Christoph Herzog
Christoph Herzog ist seit Oktober 2016 Gastautor bei Denkhandwerker. Der Literatur- und Kulturwissenschaftler arbeitet als Redakteur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der United Planet GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Freiburg gehört zu den Trendsettern im Bereich Enterprise Social Networks und Digital Workplace. Mit der Software Intrexx erleichtert es Abläufe in Organisationen und Unternehmen, verbessert die Zusammenarbeit und fördert abteilungsübergreifenden Wissensaustausch. Mehr von Christoph Herzog gibt es hier: Xing und LinkedIn.