Die globale Versicherungsbranche befindet sich an einem Wendepunkt: Angesichts der wachsenden Auswirkungen von Finanztechnologie-(Fintech-)Start-ups auf traditionelle Bankgeschäfte und hohe Investitionen in Versicherungstechnologie (Insurtechs) versuchen Versicherungsmarktführer, den bestmöglichen Ansatz für ihre Arbeit mit potentiell bedrohlichen Technologie-Innovatoren – den Insurtechs –  zu identifizieren.

Im benachbarten Bankensektor, der ebenso stark reguliert ist wie die Versicherungsbranche, hat die digitale Disruption die traditionellen Unternehmen unterschiedlich beeinflusst.

Obwohl die wahrscheinlichen Auswirkungen von Fintech-Startups auf breite Teile der Bankenwertschöpfungskette möglicherweise zu stark hochgespielt wurden, war die Realität weniger tiefgreifend. Führende Banken konzentrieren sich heute auf Partnerschaften und Finanzierung für Fintechs – vor allem, um ihrer eigene Effizienz zu steigern.

Nachdem sich die Versicherungsbranche viel Zeit mit der Marktbeobachtung genommen hat, zieht sie nun endlich in ihren Entscheidungen und Handlungen nach. Innovative Versicherungsunternehmen fangen an, Risiken noch besser aufzufangen, indem sie sich mit dynamischen neuen Start-ups – oder Insurtechs – im gesamten Versicherungssektor zusammenschließen oder von ihnen inspiriert werden.

Insurtechs sind typischerweise technologieorientierte Start-ups, die innovative technische Lösungen nutzen, um neue Geschäftsmodelle in der Versicherungsbranche zu stärken. Sie nutzen die Ineffizienzen von Versicherungsunternehmen aus, substituieren Teile oder die gesamte Versicherungswertschöpfungskette und treten häufig zwischen traditionellen Branchenakteuren und den Kunden und deren Risiken.

Die neue Studie des IBM Institute for Busines Value, die auf Einschätzungen von 600 C-Suite-Führungskräften traditioneller Versicherern, von 400 Insurtech-Managern und 200 Risikokapitalgebern basiert, umreißt Ursachen, Konsequenzen und künftige Wege für Versicherer, um sich erfolgreich einer Zukunft zu widmen, die ein hohes Maß an Unwägbarkeiten bereithält.

C-Suite-Chefs von 81 Prozent der erfolgreichsten Versicherungsunternehmen (der sogenannten Outperformer) sagten uns, dass sie entweder in Insurtechs investiert haben oder bereits anderweitig mit Insurtech-Unternehmen arbeiten. Dies ist nur bei 45 Prozent der anderen Versicherer der Fall.

21% der 400 insurtech-Unternehmen, die wir befragten, erstellen Vergleichsportale, 26% erstellen vollständig digitale Lösungen, die primär online verfügbar sind, und 23% bieten Softwarelösungen für die gesamte Branche. 57% der befragten Global Insurance Executives sind der Meinung, dass Insurtechs bereits jetzt spürbar Innovationen in der Versicherungsbranche vorantreiben.

Welche Empfehlungen für Versicherer, aber auch Innovatoren anderer Branchen – insbesondere rund um mehr Flexibilität – sich aus der Befragung ableiten, finden Sie in der neuen IBM Studie unter: ibm.biz/insurtechs

Christian Bieck
Christian is the global leader of the insurance practice for the IBM Institute for Business Value. Christian has more than twenty-three years of experience in the insurance industry, working as researcher, consultant, project manager, and even selling insurance! His areas of expertise range across all parts of the insurance value chain, from product development through customer related front-office to process-oriented back office.