Wenn Ihre Firma noch nie einen E-Mail Newsletter verschickt hat, dann läuft bei Ihnen im Marketing gründlich etwas schief. In Zeiten, wo selbst Krankenhäuser und der kleine Marktstand an der Ecke Newsletter an den eigenen Kundenstamm verschicken, gibt es besonders für Firmen in der Diensleistungsbranche keinen Grund mehr, nicht zu Newsletter Marketing zu greifen. Da soll allerdings nicht heißen, dass eine Firma sich nicht gehörig ins eigene Bein schießen kann, wenn der Newsletter nicht sorgfältig geplant und vorbereitet ist.

Der Inhalt

Es ist einfach: Ist der Inhalt langweilig, melden sich die Kunden von Ihrem Newsletter ab. Das gilt es zu verhindern. Besonders Firmen mit einem eigenen Marketingteam greifen daher immer mehr zu individuell designten E-Mails, die aufwendiger gestaltet werden und nicht nach einer automatischen Vorlage rausgehen. Julia Munder, Marketing Managerin beim britischen Luxuslabel Maxwell-Scott, hat mit diesem Verfahren gute Erfahrungen gemacht. Sie beschreibt den Inhalt des perfekten Newsletters wie folgend: ”Ideal sind in der E-Mail Bilder, die den Kunden emotional ansprechen. Kombiniert werden diese mit einem kurzen, klaren Text, der gut und schnell verständlich ist und den Leser idealerweise neugierig auf mehr macht.”

 

Laut einer Studie von TechnolgyAdvice in den USA wünschen sich ein Viertel der befragten Newsletterabonnenten, dass Firmen und Marken interessantere Inhalte in Ihren E-Mails bieten. Vielfach bauen größe Firmen daher einen eigenen Firmenblog auf, um den Kunden eine Bandbreite an unterschiedlichen Themen zu geben und nicht nur E-Mails mit Sales Inhalten zu verschicken. Gleichzeitig scheint bei den befragten Studienteilnehmer allerdings auch der Wunsch nach personalisierten Mails zu wachsen, denn mehr als 20% wünschen sich Newsletter, die auf sie persönlich zugeschnitten sind. Einfache und kostenlose Tools wie Nifty können hier mit wenig Aufwand schon einen großen Unterschied im Engagement der Kunden machen.

Die Kardinalfrage: Wie häufig?

Bei der perfekten Häufigkeit des Newsletterversands streiten sich ganz klar die Gelehrten. Laut einer Studie ist aber eben gerade diese Frage unglaublich wichtig, denn knapp 46% der befragten Abonnenten melden sich von einem Newsletter ab, wenn dieser zu häufig verschickt wird. Gleichzeitig geben über 43% der Studienteilnehmer auch an, dass Sie sich wünschen, dass Firmen deutlich weniger Newsletter verschicken würden. Laut aktuellen Umfragen verschickten die meisten Marketingabteilungen aktuell 2-3 E-Mails pro Monat, nur 9% der befragten Firmen schicken 6 bis 8 Emails pro Monat.

 

Dabei besteht bei den Kunden, die sich aktiv für den Newsletter angemeldet haben, natürlich auch ein Interesse an den Neuigkeiten der Marke oder Firma. Laut einer Umfrage von MarketingSherpa wollen 90% aller Newsletter Abonnenten auch regelmäßig E-Mails erhalten, 60% geben dabei sogar an, dass Sie wöchentliche Updates haben möchten. Die perfekte Häufigkeit liegt also irgendwo dazwischen und muss leider häufig für den eigenen Kundenstamm mit Trial-und-Error ausgelotet werden.

Segmentierung der Empfänger

Sie haben einen großen Kundenstamm und können potentiell Tausenden von Kunden einen Newsletter schicken? Super, aber diese Kunden sollten besser vor dem Versand des ersten Newsletters in Gruppen segmentiert werden, damit die jeweiligen E-Mails noch besser auf die Bedürfnisse der jeweiligen Gruppen zugeschnitten werden können – was sich wiederum positiv auf Ihre Öffnungs- und Engagementrate auswirken wird.

Diese Segmentierung kann je nach den Bedürfnissen Ihrer Firma angepasst werden. Vielfach wird zum Beispiel bei internationalen Unternehmen nach Sprache und Land in Gruppen segmentiert, da ein deutscher Kunde zum Beispiel nicht unbedingt an einem in englischer Sprache verfassten Angebot in England interessiert ist.

Zusätzlich hat eine Unterteilung in länderspezifische Gruppen auch den Vorteil, dass die Newsletter den entsprechenden Uhrzeiten im Land angepasst werden kann. Eine E-Mail, die zeitlich für Europa passt, kommt in der USA eventuell zu einer völlig unpassenden Zeit an – was im schlimmsten Fall zu vielen US Kunden führt, die den Newsletter Versand Ihrer Firma abbestellen. Besonders in Ländern mit vielen Zeitzonen, wie zum Beispiel der USA, lohnt es sich daher bei großen Mengen an Kundendaten, eventuell die Kunden noch feiner zu segmentieren und zum Beispiel in Bundesstaaten zu unterteilen.

Bei großen Newsletteranbietern, wie zum Beispiel Dotmailer, können die Newsletterkunden auch unkompliziert nach Geschlecht, Alter oder Vorlieben (zum Beispiel, wie viel der Kunde schon bei der eigenen Firma gekauft hat) eingeordnet werden. Die Unterteilung in diese Daten ist natürlich nur möglich, wenn diese auch bei der Newsletter Anmeldung abgefragt werden. Maxwell-Scott’s Julia Munder erklärt:” Wir haben unsere Newsletter Anmeldung neuerdings extra umgestellt und fragen jetzt zum Beispiel auch nach dem Geburtsdatum. So können wir unseren Kunden Geburtstagsmails schicken und eine noch persönlichere Newslettererfahrung bieten.”

Grundsätzlich gilt, es gibt keine One-Size-Fits-All Lösung für Newsletter. Jede Firma muss selber entscheiden, welche Inhalte, Häufigkeit, Gruppen und Marketingstrategie für die eigenen Bedürfnisse funktioniert. Fakt ist allerdings, das kein Newsletter eben auch keine Lösung ist.

 

 

 

 

Nicole Rohde
Nicole Rohde ist seit Oktober 2016 Gastautorin bei Denkhandwerker. Sie ist Senior PR Ecommerce Executive für die britische Fashionmarke Maxwell Scott und betreut dort die Public Relations Aktivitäten für Deutschland, Österreich und die Schweiz.