„Denkhandwerker – Die Sieben“ ist mal eine etwas andere Besten- oder Empfehlungsliste. Hier stellen interessante und interessierte Menschen ihre persönlichen Sieben vor. Egal ob Bücher, Trends, Weine, Spiele. Dinge, die sie gut oder schlecht finden, Einstellungen oder Verhaltensmuster, die sie ändern wollen oder was auch immer.

Sieben schöne Satzzeichen, die jeden Text aufwerten

Ein Satz braucht einen Schlusspunkt und vielleicht das eine oder andere Komma. Das ist die Pflicht, aber bei der Zeichensetzung gibt es auch die Kür. Hier kommen sieben schöne Satzzeichen, die jeden Text aufwerten.

  1. Fragezeichen

Eine Frage schließt mit einem Fragezeichen; ganz gleich, ob darauf eine Antwort erwartet wird oder die Frage rhetorisch gemeint war. Klingt logisch, oder? Aber: Das Fragezeichen scheint in letzter Zeit an Attraktivität zu verlieren. Viele Fragen stehen ohne da, ganz allein. Mit offenem Ende sozusagen. Warum nur?

Also: Lassen Sie Ihre Fragen nicht alleine, setzen Sie ein Zeichen! Oder zwei, denn nach einem Fragesatz, der gleichzeitig ein Ausruf ist, kann noch ein Ausrufezeichen stehen. Jetzt denken Sie vielleicht: Was?! – Ja, ist so!

  1. Ausrufezeichen

Ausrufezeichen werden gehasst oder geliebt. Gehasst, weil viele sich davon angeschrien fühlen. Geliebt, weil viele nicht genug davon bekommen können und gleich mal drei, vier oder mehr hintereinander setzen.

Ein Ausruf erfordert ein Ausrufezeichen, und das will niemanden anschreien: Oh, wie schön ist Panama! – Das drückt Begeisterung aus, die durch das Ausrufezeichen deutlich gemacht wird. Feuer! – Das ist eine Warnung, die durch das Ausrufezeichen verstärkt wird. Für beides reicht übrigens ein Ausrufezeichen; drei, vier oder mehr ändern an der Sache nichts.

  1. Semikolon

Ein wunderbares Satzzeichen. Sein besonderer Charme: Es gibt eigentlich keinen Satz, in dem ein Semikolon gesetzt werden muss. Es kann gesetzt werden – wenn dem Verfasser ein Komma zu schwach, ein Punkt zu stark erscheint.

Am Semikolon scheiden sich die Geister. Manche halten es für überflüssig, manche lieben es; und manche finden, es sehe aus wie Fliegendreck, der die Seite beschmutzt. Aber das ist gemein; soll es jeder verwenden, der sich damit anfreunden kann. Sein Text wird es ihm danken.

  1. Gedankenstrich

Einen Gedanken anhängen, einen Gedanken einbetten – dazu dient der Gedankenstrich. Er gibt dem Leser eine kleine Pause, lässt ihn ein wenig innehalten. Ist das nicht nett von ihm?

Der freundliche Strich mag es aber gar nicht, wenn er mit seinem kleinen Bruder, dem Bindestrich verwechselt wird. Der ist eben kleiner – also kürzer als der Gedankenstrich – und braucht immer Gesellschaft, will nie alleine ohne Leerzeichen stehen. Sein großer – längerer – Bruder braucht Luft um sich herum, also ein Leerzeichen davor und danach.

  1. Klammern

Klammern sind die Satzzeichen, die etwas Eingeschobenes umklammern. Deshalb treten sie nur paarweise auf (öffnend und schließend).

Die runden Klammern kennt (fast) jeder. Aber nicht jeder weiß, dass das Eckige ins Runde gehört. Denn: Bei Klammern geht rund geht vor eckig. Deshalb setzt man eingeschobene Wörter und Satzteile, die bereits in runden Klammern stehen, in eckige Klammern.

Außerdem markieren eckige Klammern Auslassungen […], aber das betrifft eher wissenschaftliche Texte …

  1. Auslassungspunkte

Drei Punkte hintereinander werden als Auslassungspunkte bezeichnet; es fehlt also etwas … ein Teil des Wortes, des Satzes oder des Textes. Sie können auch eine Pause signalisieren – wie hier im ersten Satz.

Die drei Punkte können aber auch auf einen Gedanken hinweisen, den der Verfasser im Raum stehen lassen möchte oder über den sich der Leser selbst seine Gedanken machen soll …

Übrigens reichen immer die drei Punkte … weniger würden schlichtweg falsch aussehen (und sein) und mehr sind völlig überflüssig.

  1. Doppelpunkt

Achtung: Jetzt geht es um den Doppelpunkt. Schon an diesen beiden ersten Sätzen sehen Sie seine Funktion: Er kündigt etwas an oder macht auf das aufmerksam, was folgt.

Übrigens: Folgt nach dem Doppelpunkt ein vollständiger oder selbstständiger Satz, beginnt dieser mit einem Großbuchstaben. Dann dient der Doppelpunkt als Satzschlusszeichen für den vorhergehenden Satz.

Sportlich kann der Doppelpunkt auch sein, dann ist er in den Ergebnissen zu finden: Der FC Punkthausen gewann das Spiel gegen Kommadorf 3:1.

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Christiane Kauer
Christiane Kauer ist seit Juli 2016 Gastautorin bei Denkhandwerker.Sie ist seit 2007 als freiberufliche Lektorin erfolgreich. Ihr Fokus liegt dabei beim schreiben, korrigieren und lektorieren von Texten. Ihre Tätigkeitsfelder erstrecken sich von Seminaren über Zeugniserstellung für Unternehmen bis hin zu optimierten Bewerbungen.Mehr Informationen zu Christine Kauer findet ihr unter lektorat-kauer.de und auf Facebook.