Die Botschaft aus Simon Sinek`s genialem TED-Talk ist inzwischen in vielen Organisationen angekommen: „Start with why“ findet breite Zustimmung.

So habe ich es auch kürzlich erlebt: Wir begleiten einen Dienstleistungskonzern in der digitalen Transformation. Wie für so viele Unternehmen wird sich auch für diese Organisation in Zukunft einiges grundlegend verändern. Um in der neuen, digitalen Welt an alte Erfolge anknüpfen zu können, ist Wandel angesagt!

Doch wie kann das gehen? Was ist zu tun? Im Kick-Off war man sich schnell einig: Start with WHY! Also: Mit dem WARUM beginnen. So weit so… Halt! Stopp. Falsche Frage. Oder zumindest falsche Übersetzung. Nicht WARUM, sondern WOFÜR ist die Frage, deren Beantwortung den Menschen in der Transformation Sinn und Orientierung gibt!

Warum

Die ehrliche Antwort auf das WARUM würde in den meisten Organisationen wohl ernüchternd ausfallen: „Weil wir es immer so gemacht haben“ möchte man antworten, so lange es geht. „Weil wir uns ändern müssen“ ist die Antwort, wenn es eben nicht mehr lange so weitergeht. WARUM lenkt den Fokus auf das was gestern war und heute ist.

Demgegenüber lenkt die Frage nach dem WOFÜR den Blick in die Zukunft. Und nach außen. Transformationen sind dann erfolgreich, wenn Freude für das Neue entsteht. Wenn die Energie nicht für das Bewahren des Erreichten, sondern für das Erschaffen einer Zukunft aufgebracht wird. Wie heißt es so treffend: Change fixes the past. Transformatin creates the future.

Transformationen brauchen daher weniger ein WARUM, sondern vielmehr ein nach vorne gerichtetes WOFÜR – ein WHY, wie Simon Sinek es beschreibt.

Dazu ein kleiner Selbst-Test. Für die Dinge, die Sie diese Woche tun: Haben Sie ein WARUM oder ein WOFÜR vor Augen? Konzentrieren Sie sich am besten auf jene Vorhaben, für die Sie ein gutes WOFÜR finden.

 

Teilen
Simon Sagmeister
Dr. Simon Sagmeister ist Gründer von The Culture Institute in Zürich und Partner am Science House in New York. Der Autor des Buches BUSINESS CULTURE DESIGN berät namhafte Fortune 500 Unternehmen, Mittelständler und Non-Profit Organisationen bei der Gestaltung ihrer Unternehmenskultur.