Könnt ihr euch noch an euren ersten Sex zu Teenie-Tagen erinnern? Wie war das? Geredet wurde viel: auf dem Schulhof, in der Kabine nach dem Training in der C-Jugend oder in der Dorfdisko. Jeder hatte eine Geschichte dazu. Jeder kannte einen, der da schon was gemacht hatte: Auf der Klassenfahrt ins Jugendseeheim, der Mannschaftsfahrt oder nach der Tanzschule. Und jeder wollte auf der nächsten Party „was klarmachen“; teilweise wurden diese Typen als Helden verehrt.

Doch wenn ich genau zurückblicke, kann ich nur sagen:

So richtig Substanz war da nicht.

Und besonders Menschen, die wie ich in einer Zeit aufgewachsen sind, wo Pornos ein rares Gut waren, da dafür noch bezahlt werden musste, hatten es schwer, an belastbares Material zu kommen. Aber irgendwie hat man es doch hinbekommen. Warum? Weil man es einfach mal gemacht hat! Ausprobieren, Erfahrungen sammeln und einfach mal machen. Manche waren schneller dabei, manche haben gewartet.

Warum die Prosa?

Neulich war ich auf einer Veranstaltung, bei der es auch um digitale Transformation ging. Und da es bis zu meinem Vortrag noch etwas dauerte, stöberte ich bei Facebook und traf auf einen Schwarm meiner Jugend. Ich schwelgte etwas in Erinnerungen, wie das damals so war. Und ich kam zur Erkenntnis:

Transformation ist wie Teenie-Sex – alle reden darüber, aber wenige haben Ahnung; und noch weniger geben früh Vollgas. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe; und auch nicht, dass ich seinerzeit ein ganz früher Läufer in dem Thema war. Ich bin aber der Meinung, dass die Analogie passt. Genau wie früher auf dem Schulhof trifft bei den Gesprächen über die digitale Transformation Ahnung 0.5 bzw. Wissen 1.0 auf Digital-Industrie-irgendwas-vier-null. Das kann nicht gehen. Gerade, wenn du nur in Problemen denkst. Stell dir mal vor, du hättest damals – vor deiner „ersten Nummer“ – nur an die Konsequenzen gedacht. Und nur Gründe aufgezählt, warum du es nicht machen solltest. Wo wärst du dann heute?

Dass ich Transformation scheiße finde, habe ich hier unter anderem ausführlich beschrieben. Aber dennoch bin ich zu der Meinung gekommen:

Das Beste ist einfach mal machen. Einfach mal ausprobieren. Einfach mal eine Bewegung erzeugen. Sich einfach mal kreativ einbringen und „Nummer für Nummer“ weiterentwickeln. Nicht in Problemen denken. In Lösungen und Zielen denken. In Kundenerwartungen oder Anforderungen Dritter denken. Relativ schnell Erkenntnisse erzielen. Neue Technologien verstehen.

Aber du wirst schon genug Gründe finden, warum du nicht „transformieren“ musst, nicht schauen musst, wie du die Anforderungen von dir, deinen Kunden oder Kollegen besser erfüllen kannst. Isso! Eventuell denkst du ja bei deinem sexuellen Erlebnis (mit einer anderen Person) an deine erste Nummer und fragst dich selbst, wie du dich weiterentwickelt hast.

Und kommst zur Erkenntnis: isso!

 

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Axel Oppermann
Axel Oppermann ist seit über 15 Jahren als IT-Marktanalyst tätig. Aktuell arbeitet er für das Beratungs- und Analystenhaus Avispador als Analyst. Axel schreibt bei Denkhandwerker über Trends und nachhaltige Entwicklungen.