Geht die Unternehmenskultur ohne Technik unter?

1956 gab es 2.323 Pferdemetzger in Deutschland. Heute sind es noch 15. Und auch die Zünfte der Glockengießer und Bürstenmacher machen sich immer rarer – wir werden ihrem Handwerk nachtrauern. Die Berufsbilder verändern sich stetig. Berufe, die vor 100 Jahren üblich waren, kennt heute kein Mensch mehr. Mit einigen aktuellen Beschäftigungen wird es genauso sein. Zehn Jahre sind dabei keine lange Zeit mehr. Und doch wird in manchen Büros noch so gearbeitet wie vor zwanzig.

Wer nicht transformiert, verliert
Wieso verschließen sich also so viele Firmen noch vor neuen Technologien? Mit Social Collaboration Tools und Business Applications sind Werkzeuge, die unsere Zusammenarbeit vereinfachen und Arbeitsprozesse automatisieren, schon seit einiger Zeit verfügbar. Ihre Einführung ist kein Hexenwerk. Das geht bis hin zum Digital Workplace – einer Plattform, die Mitarbeitern alle benötigten Informationen und Geschäftsprozesse transparent und ortsunabhängig zur Verfügung stellt.

Woher kommt das Zögern? Ist ein Grund, dass neue Technik die Anwender überfordert? Spätestens mit dem Aufkommen von Digital Workplace Lösungen gilt diese Ausrede nicht mehr: sie orientieren sich an der leichten Bedienbarkeit von Apps, die im privaten Bereich genutzt werden. Mit der komplexen Grundstruktur im Backend (Datenintegration, Rechteverwaltung, Prozessstruktur…) kommen die Anwender nicht in Berührung.

Oder könnte ein Grund sein, dass die IT-Abteilungen schlicht zu viel Arbeit auf dem Tisch haben und die Zeit fehlt, sich mit neuer Technik zu befassen? Ein Nonsense-Argument für Unternehmen. Denn während hier vielleicht Zeit eingespart wird, geht ein vielfaches dieser Zeit an anderer Stelle flöten – durch schlecht laufende Prozesse und die Suche nach benötigten Informationen.

Unternehmenskultur geht Hand in Hand mit Technologie
Woran liegt es also dann? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Unternehmen wollen sich einfach nicht mit dem Thema Digitalisierung und damit einhergehend modernen „digitalen“ Arbeitsformen beschäftigten. Das wäre natürlich sehr traurig, denn solchen Firmen wird es auf lange Sicht so gehen wie unseren Bürstenmachern und Glockengießern. Ein anderer Grund, der oft vorgeschoben wird ist: „Unsere Unternehmenskultur ist noch nicht so weit.“
Und genau in dieser Annahme liegt das Problem. Die Unternehmenskultur und eine damit einhergehende Art zu Arbeiten wird sich von alleine nämlich nicht ändern. Ganz im Gegenteil können altmodische Arbeitsbedingungen junge talentierte Bewerber abschrecken – die Chance für „frischen Wind“ wird so noch geringer.
Fakt ist jedoch: Die Technik folgt der Unternehmenskultur und darf keinesfalls einfach so aufgepfropft werden. Sonst drohen mangelnde Akzeptanz und Unverständnis bei den Beschäftigten. Will ein Unternehmen sich ernsthaft modernisieren muss also – notfalls sehr behutsam – an beiden Schrauben gedreht werden. Das eine kommt dabei nicht vor dem anderen, sondern es geht nur Hand in Hand.

Auch wenn’s weh tut: es muss sich etwas ändern
Nehmen wir einmal eine sehr hierarchisch geprägte Firma. Sagen wir ein Familienunternehmen im Industriebereich mit fast befehlskettenartiger Struktur. Für eine solche Firma wäre die Einführung eines Social Collaboration Tools ganz ohne begleitende Maßnahmen eine ziemliche Umstellung. Austausch über alle Hierarchieebenen hinweg, und das auf einen Schlag – undenkbar!
Undenkbar aber auch, dass hier in fünf Jahren noch jemand arbeiten will. Das ist natürlich etwas überspitzt, klar. Aber es zeigt auch, dass sich Unternehmenskultur im Rahmen der technischen Möglichkeiten wandeln muss. #NewWork ist nicht umsonst sowohl ein Thema der HR als auch der Technik.
Über kurz oder lang führt an einer zeitgemäßen Art zu arbeiten mit den modernen technischen Möglichkeiten des Digital Workplace kein Weg mehr vorbei. Denn nur eine digitale Arbeitsumgebung, auf der Beschäftigte alle Informationen und Prozesse vorfinden, die sie für die tägliche Arbeit brauchen, ermöglicht dezentrale und standortübergreifende Zusammenarbeit. Und die wird für Unternehmen angesichts steigenden Wettbewerbsdrucks im Innovationswettlauf immer wichtiger.

Das Whitepaper „In 7 Schritten zum Digital Workplace“ zeigt, aus welchen Bestandteilen Sie eine moderne Arbeitsoberfläche aufbauen. Wenn Sie sich denn trauen.Weitere Artikel zum Thema Arbeitsplatz der Zukunft:

Arbeit in den Sphärenwolken

Arbeit in der App-Economy heißt miteinander harmonisch tanzen

2018 – Social, Roboter, die Arbeitswelt

Teilen
Christoph Herzog
Christoph Herzog ist seit Oktober 2016 Gastautor bei Denkhandwerker. Der Literatur- und Kulturwissenschaftler arbeitet als Redakteur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der United Planet GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Freiburg gehört zu den Trendsettern im Bereich Enterprise Social Networks und Digital Workplace. Mit der Software Intrexx erleichtert es Abläufe in Organisationen und Unternehmen, verbessert die Zusammenarbeit und fördert abteilungsübergreifenden Wissensaustausch. Mehr von Christoph Herzog gibt es hier: Xing und LinkedIn.