Eines vorweg, ich bin weder Katzenfreund noch liebe ich die Werbeunterbrechungen bei meinem Wochenend-Blogbuster.

Es ist richtig, zu sagen, es gäbe keine schlechte PR aber es gibt schlechte Werbung. Werbung die, das über Jahre aufgebaute mit viel Geld bezahlte Image, in einem Spot einfach mal so in der Luft zerreißt.

Neue Zielgruppen, egal wie!
Das schafft die aktuelle Werbung der Premium Katzenfutter Marke Sheba. Als Nicht-Katzenfreund stand diese Marke für mich immer für eine edle Marke, die wohl auch ihren Preis hat. Die ich nur der Katze angedeihen lasse, die es echt verdient hat. Dargestellt durch eine Hochglanz gepflegte Kartäuser (hab ich auch nachsehen müssen) Katze jeweils dargestellt mit einer wunderschönen Frau, zuletzt 2013 mit Eva Longoria. Eine gemütliche Atmosphäre, edles Ambiente. Alles zahlte auf ein Premium-Image der Marke ein. Bisher eine tolle Werbestrategie.  Ich kann mir vorstellen, was passiert ist. Irgendein schlauer Kopf meinte, wir müssten mal alles anders machen. Etwas provokativ vielleicht? Eine neue Zielgruppe ansprechen?

In solchen Gesprächen lehne ich mich als Brand-Manager entspannt zurück und lasse das Pulver verschießen und hoffe inständig, dass der Unternehmer, um dessen Existenz es hier geht, auch kapiert, dass eine neue Zielgruppe, eine neue Strategie, eine Neuausrichtung der Marke bedeutet und meistens schief geht oder einfach sehr teuer und sehr langwierig ist. Oder haben Sie Raider schon vergessen 😉

Tierliebe, die zu weit geht?

Quelle: Youtube

Nun, was haben die Werbestrategen jetzt aus dem Edel-Image gemacht? Kurz und gut: Sodomie! Was sie wohl wollten, war darzustellen, dass eine Katze so verrückt auf Sheba ist, dass sie in der Lage ist, einen Mann in höchster Ekstase weg zu locken und Kraft des Willens dazu zu bekommen, Sheba zu füttern. Was ist raus gekommen: Ein Werbeclip, der einen anekelt und dazu führt, dass Kinder fragen: “Mama, hat der Mann Sex mit dieser Katze?”

Liebe Unternehmer. Werbeminuten sind teuer. Werbeminuten, die Ihr Image zerstören und alle Werte untergraben, für die sie in den letzten Jahren geworben haben, sind unbezahlbar und zwar im negativen Sinne.

Gut gemeint, ist noch nicht gut gemacht…
Bevor Sie sich also ihren Ruf durch eine unbedachte Strategie oder Geschichte verstören lassen, machen Sie bitte folgendes:
Gleichen Sie ALLE Ihre Marketing-Entscheidungen erst mit Ihren Unternehmenszielen ab. Fragen Sie sich: “Bringt mich das weiter?” Bei einem Produkt wie Katzenfutter ist Fernsehwerbung sicher eine zielführende Entscheidung.

Dann gleichen Sie die konkrete Maßnahme bitte mit Ihren Werten ab. Ihre Unternehmenswerte, bzw. Markenwerte stellen den roten Faden dar, der einer Marke die Konsistenz verleiht, die aus einem no-name Produkt am Ende eine starke Marke mit Anziehungskraft macht.
Und wenn Sie sich jetzt fragen sollten, welche Werte Sie bzw. Ihr Unternehmen eigentlich vertreten. Dann sollten Sie Ihre Werbeagentur nach Hause schicken, denn vorm MARKEting kommt die Marke. Und ohne Werte werden Sie nicht zu einer starken und langfristig stabilen Marke.

Ihre Werte entscheiden am Ende über den Erfolg Ihrer Marketingmaßnahmen, deshalb sollten diese weise gewählt sein. Unter diesem Link finden Sie eine Entscheidungshilfe bei der Wahl Ihrer Werte.

 

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Carmen Brablec
Carmen Brablec ist seit August 2016 Gastautorin bei Denkhandwerker.In der Welt des Marketings kommen Sie an Carmen Brablec nicht vorbei, wenn es um Marken-Entwicklung und Vermarktung geht. Ihr Kunden brauchen sich nie wieder mit der Frage zu quälen: “Wie komme ich an meinen neuen Kunden?”. “Sie macht aus no-names Marken” sagt die Huffington Post. Mit ihrem einzigartigen Magnet-Faktor-System® entwickelt sie ihre Klienten zu Kunden-Magneten.Bereits im Alter von 20 arbeitet sie als IT-Spezialistin in einem internationalen Telekommunikation Unternehmen. Ermutigt von ihrem ersten Vorgesetzten macht sie nebenberuflich ihr Diplom in den Schwerpunktthemen Marketing und International Management. Sie lässt sich zur Imageberaterin in London ausbilden und entscheidet sich für eine Selbständigkeit. Nachdem das erste Geschäftskonzept in der Wirtschaftskrise Pleite geht, entwickelt sie ihr eigenes Marketing-System, das darauf basiert Kunden anzuziehen, statt sie zu akquirieren.Das Manager-Magazin nennt sie die “führende Expertin”. Sie lebt dafür, ihr Wissen über Positionierung und Marketing als Hochschul-Dozentin, Bestseller Autorin, Führungskräfte-Coach und Speakerin weiterzugeben.