Clickbaiting – was zur Hölle ist das?

Clickbaiting soll den Internetuser dazu ködern, auf diesen Titel zu gehen, bestenfalls in Social-Media-Kanälen (überwiegend Facebook) zu teilen und somit mehr Klicks zu generieren. Der Titel klingt spannend – der Inhalt dahinter ist langweilig. Überschriften wie „Sie wollte sich umbringen, doch dann geschah etwas Unglaubliches“ sollen Neugierde erregen, doch der Inhalt ist totaler Müll. Seiten wie heftig.co finden immer mehr Nachahmer, was die Sache nicht gerade besser macht, im Gegenteil. Natürlich ist die Absicht dahinter Kohle zu verdienen oder das Produkt bekannter zu machen.

Ein Beispiel: Auf Facebook werden die Nachrichten durchforstet und eine Meldung zeigt „Dieser Star ist an einem schrecklichen Tod gestorben“. Klar ist es interessant, wer und wie der Star an einem schrecklichen Tod gestorben ist. Am besten ist noch ein Bild hinterlegt, wo nur ein Bein zu sehen ist. So klickt man auf diese Nachricht und wird gleich auf eine andere Seite geleitet, die auch noch mit Werbungen überflutet ist. Man liest sich den Artikel durch. Und was ist? „Der und der stirbt an einem Serientod und hört mit dem schauspielern auf.“ Oder „Wenn du dieses Produkt isst, stirbst du!“ Da denkt man sich doch nur, was dieser scheiß soll. Zeitverschwendung. Und das schlimme ist ja, diese Meldungen werden ständig auf Facebook angezeigt. Außerdem übernehmen immer mehr Seiten diese Masche, die früher einen ganzen anderen Content hatten. Damals wurden lustige Bilder oder Zitate gepostet, was der bisherige Grund war, diese Seite zu abonnieren. Die Masche zeigt Wirkung: Die Seiten generieren mehr Traffic, aber wie lange noch?

Genau das selbe spielt sich auf YouTube ab. Ich bin seit Jahren ein YouTube Fan und sehe mir dort Videos an, von Leuten, die mich interessieren. Ja, ich gebe es ja zu, es sind Beauty&Fashion-Videos.

Früher hatte YouTube einen anderen Charakter. Es gab dort keine Produktplatzierungen, keine gefakten Möchtegern-Videos. Heute sieht es ganz anders aus. Zum einen rasten die Leute da vollkommen aus mit diesem Clickbaiting und zum anderen weiß man gar nicht mehr, ob die Leute dort gekauft sind, um Produktplatzierungen zu machen. Beispiel: Ich scrolle durch die Abo-Box und lese mir die Beschreibung der Videos durch. Na klar muss der Titel gut überlegt sein, damit die Leute auf dein Video klicken, so verdienen sie nämlich ihr Geld. Aber manchmal…da fehlen mir die Worte! Zum Beispiel „Meine Krankheit“: Ich klicke auf das Video, sehe es mir an, 3 Minuten vergehen…8 Minuten vergehen..und es wird nichts über das Thema erwähnt. What the Fuck? Wozu gucke ich mir den Scheiß überhaupt an? Schön Klicks sammeln und Kohle verdienen. Hau ab! Und das Schlimme ist ja, die Leute stehen auf diese YouTuber. Die sind ja schon bekannter als manch Schauspieler. Manchmal sehe ich mir Vlogs (Vlogs sind Videos, bei denen die Leute immer und überall ihre Kamera dabeihaben und zeigen, wie sie leben) an und kann nicht glauben was da passiert. Tausende kreischende Teenies rennen zu so einer Dagi Bee oder Bibi und wie sie nicht alle heißen und wollen ein Autogramm haben. Diese Bekanntheit wird natürlich ausgenutzt und plötzlich stellen alle ihre eigenen Produkte her. Produkte, die für die Zielgruppe (im Bereich Beauty&Fashion schon im frühen Teenie-Alter) völlig überteuert sind.

Was früher Spaß am Video drehen war, ist heute zum Business geworden.

Es breitet sich immer mehr aus, diese Seuche Clickbaiting. Nicht nur unseriöse Seiten nutzen diese Methode, es werden auch immer mehr Nachrichtendienste angesteckt. Wozu? Klicks generieren, Reichweite erhöhen und Kohle scheffeln!

Eins ist klar: Die Klicks sprechen für Clickbaiting – aber nur kurzfristig. Denn die Leser und Zuschauer fallen nicht immer wieder auf diese Masche herein. Langfristig gesehen, ist die Qualität der Inhalte entscheidend, so bleiben einem die Leser und Zuschauer treu.

 

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Regina Brodt
Regina Brodt ist seit August 2016 Gastautorin bei Denkhandwerker.Sie macht aktuell Ihren Bachelor of Arts in Wirtschaftswissenschaften.