Unabhängig von der Unternehmensgröße oder Branche können damit Produkte (digital, physisch, hybrid) schneller entwickelt werden. Design Sprints sind Experimente mit einem Markttest. Im Test wird möglichweise aufgrund des Marktfeedbacks die Idee begraben. Das wäre gut, denn Zeit und Geld würde gespart. Die Firma kann sich dann auf vielversprechendere Konzepte konzentrieren. Das Motto ist „fail fast and fail early“.

Design Sprints sind ein praxiserprobter Mix aus Lean Startup, Design Thinking und Innovation. Sie sind kurz genug, um leistbar zu sein, und umfangreich genug, dass etwas Großes dabei rauskommt. Üblicherweise arbeiten dabei IT-Entwickler, Designer, Fachbereiche, Marketing und das Produktmanagement intensiv zusammen.

Wann sind Design Sprints geeignete Workshops?
Design Sprints sind ein guter Start für neue Projekte. Das Team kann sich kennenlernen und eine gemeinsame Vision entwickeln. Ein weiterer Anwendungsfall ist, wenn ein bestehendes Projekt neu ausgerichtet werden muss.

Wozu sind Design Sprints gut?
Sprints haben ein Ziel: BEVOR in eine (teure) Produktentwicklung investiert wird, werden Prototypen entwickelt und diese mit Kunden getestet.

Im Design Sprint können, unter anderen, folgende Fragen beantwortet werden:
• Soll man eine Idee umsetzen (gibt es ein Problem am Markt)?
• Wie soll man eine Idee umsetzen (Lösung)?
• Welche Ideen sollen umgesetzt werden? Und welche nicht?
• Was sind die Erfolgsfaktoren einer Idee aus Kundensicht? Und auf welche sollte man sich konzentrieren?
• Wie sieht die Idee im echten Leben aus? Können die Anwender etwas damit anfangen (Motivation und Usability)
Wer sollte bei einem Design Sprint mitmachen?
Bei der Teambesetzung zählt ein passender Mix aus Entscheidern und fachlichen Kompetenzen (IT, Business, Marketing).
• Technik: Leute die das Produkt bauen und betreiben, am besten aber in einem Mix mit Business Leuten
• Leute die die Kundenperspektive haben zum Beispiel Head of Business Development, CFO, Kundenservice, Fachbereiche
• Leute die auf einen Sprint Lust haben, offen und begeistert sind
Es sollten maximal sieben Menschen im Sprint arbeiten, da sonst die Kommunikation schwierig wird.
Entscheider einzubeziehen ist ein absolutes Muss im Design Sprint. Denn sonst wird der Sprint möglicherweise komplett umsonst gemacht. Das Team kann nämlich die Prioritäten aus einem größeren Rahmen des Projektes nicht kennen. Außerdem passiert es, dass Entscheider den Sprint nicht ernst nehmen, wenn sie nicht im Sprint involviert sind. Das bedeutet nicht, dass die Entscheider unbedingt den gesamten Sprint mitmachen müssen, aber zumindest sollten sie an den Richtungsentscheidungen eingebunden sein.

Beispiel Teambesetzung:
• Entscheider, z.B. CEO, Gründer, Produktmanager
• Finanz-Experte: jemand der weiß woher das Geld kommt und von wem und wohin es geht, z.B.: CFO, Geschäftsführer, Business Development Manager
• Marketing: Wer die Messages des Unternehmens baut: z.B. CMO, PR, Community Manager
• Tech / Logistik-Experten: wer weiß am besten was die Firma bauen kann? z.B. CTO, IT Architekten
• Designer: Wer designt die Produkte der Firma?
• Moderator / Facilitator: Wie können wir optimal durch den Prozess geleitet werden?
Welche Tools helfen beim Design Sprint?

Folgende Tools helfen bei der Arbeit im Design Sprint.

Es geht, wie im Design Thinking, darum Ideen möglichst visuell zu entwickeln. Man braucht viele Post-ist und viel Platz auf Whiteboards oder Tafeln. Sprints werden in kurzen Zeitabschnitten durchgeführt. Ein Timer ist demnach sehr wichtig.
Ich empfehle Ihnen definitiv in hochwertige Stifte und Post-Its zu investieren. Damit macht das Arbeiten mehr Spaß und die Ergebnisse halten.
• mindestens 2 Whiteboards
• ganz viel Post-Its
Timer (z.B. die genialen Time Timers)
Sticker Dots für Gruppen Votings
• Gute Stifte, z.B. Sharpie 
Idea Paint Wandfarbe – wenn man Zeit hat einen Raum vorzubereiten
• Vorrat A4 Papier
• Obst und gesunde Snacks
• ganz viel Kaffee 🙂

Was macht einen Design Sprint erfolgreich?
Design Sprints sind sehr intensive Gruppenarbeiten. Probleme entstehen, wenn die Gruppen zu groß sind. Wenn mehr als 7 Menschen an Bord sein können oder wollen. Man sollte sich dann entscheiden, wer unbedingt dabei sein muss. Falls es zu viele mögliche Teilnehmer gibt, kann man diese auch für die erste Stufe als Experten einladen.

Man braucht einen Moderator („Facilitator“). Dieser hat die Aufgaben:
• Zeitmanagement
• Moderation
• Diskussionen zusammenfassen
• Kein Bias für Entscheidungen – neutrale Sicht auf die Dinge einbringen, wenn notwendig
Sprints sind anstrengende Gruppenarbeiten. Gearbeitet wird von 10 Uhr bis 17 Uhr in 4 Blöcken. Das heißt es sind 6 Arbeitsstunden netto. Gerade weil Sie so anstrengend sind: länger ist nicht besser! Wenn man an den Arbeitstagen massiv überzieht, werden die Teilnehmer möglicherweise schnell auf dem Zahnfleisch laufen.

Im Sprint sollten keine Laptops oder Handys benutzt werden. Wenn der Sprint im gleichen Raum stattfinden kann, dann hat man den Vorteil, dass die ganzen Materialien und Ergebnisse hängen bleiben können.

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Christian Ehlert
Christian Ehlert ist seit September 2016 Gastautor bei Denkhandwerker.Er ist Geschäftsführer von LEANOFY und TrainDot. Er arbeitet seit über 15 Jahren an verschiedenen Positionen im IT-Sektor. Zuletzt hat er im Softwaretest an der Schnittstelle zwischen Business und IT im Bankingbereich mitgewirkt. Darüber hinaus ist er seit über 6 Jahren in der Innovationsentwicklung tätig.Mehr Informationen zu Christian Ehlert beiXing und Twitter