Der Grad der Digitalisierung ist für jedes Unternehmen unterschiedlich. Es gibt jedoch einen geeigneten und zudem sichtbaren Startpunkt für die Digitalisierung eines Unternehmens, die Website.  Das Problem hierbei ist: Häufig wird das Erstellen einer neuen Website als Web Strategie bzw. Digitale Strategie missverstanden. Mit diesem Missverständnis wollen wir in diesem Blog aufräumen.Vermutlich haben 90% der Unternehmen, die eine Website haben, keine Webstrategie. Sie werfen die Seite ins Internet, lehnen sich zurück und wundern sich, dass darüber keine neuen Aufträge zustande kommen. Die Erklärung hierfür  ist relativ einfach: Eine Website ohne Strategie ist wie Surfen ohne Wellen oder Segeln ohne Wind, sie funktioniert einfach nicht. Eine Website ist nur eine Komponente der digitalen Strategie, alleine kann sie ihre Funktion nicht erfüllen.

Bevor also eine Website erstellt werden kann, muss ein klares Bild von demjenigen bestehen, der die Website nutzen soll: Der Kunde. Wichtige Fragen, die beantwortet werden sollten, sind dabei:

  • Wer sind mein Kunden?
  • Wo sind meine Kunden?
  • Wie viel werden meine Kunden bereit sein zu zahlen für das, was ich anbiete? (Nicht den Preis, den du festlegst, was zahlt der Kunde?)
  • Warum kommen die Kunden auf meine Seite? Um sich zu erkundigen? Um Fragen beantwortet zu bekommen? Um etwas zu kaufen?
  • Wie kann ich mit den Kunden kommunizieren und interagieren?
  • Wie überzeuge ich den Kunden von mir, wenn er erst einmal auf meiner Seite ist?
  • Wie bringe ich den Kunden zurück auf meine Seite, wenn er nicht direkt überzeugt wurde?
  • Wie viel bin ich bereit auszugeben, um potenzielle Kunden auf die Seite zu bekommen?
  • Wie binde ich die Kunden an mich?
  • Wie verkaufe ich den Kunden mehr meiner Produkte und Leistungen?

 

Party like it´s 1999

In der Vergangenheit war es durchaus möglich, durch eine statische Website, ohne übergreifende Strategie Kunden zu gewinnen, doch die Zeiten haben sich geändert, die Konkurrenz um gute Rankingpositionen bei Google ist riesig, Kunden sind anspruchsvoller geworden und Websites müssen mittlerweile einem gewissen Standard bezüglich Design und Usabillity aufweisen, um überhaupt noch beachtet zu werden. Dabei hilft die 3 für 3 Regel.

 

3 für 3 Regel 

Die 3 für 3 Regel beschriebt, welche 3 Dinge ein potenzieller Kunde in den ersten 3 Sekunden seines Websitebesuchs vorfinden sollte:

1.Wissen, wer man ist und was man macht

Dem Websitebesucher sollte so schnell wie möglich klar sein, was das Unternehmen anbietet und was nicht. Klare Aussagen und leicht verständliche Erklärungen spielen dabei eine große Rolle.

Es geht darum, innerhalb von 3 Sekunden ein Interesse an Ihrem Angebot zu wecken, das ist nicht viel Zeit, daher gilt: Weniger ist Mehr. Eine einzige, klar formulierte Botschaft wird dem Kunden im Gedächtnis bleiben, wohingegen viele Details und eine Flut an schlecht strukturierten Informationen den Besucher eher verwirren und somit abschrecken.

2. Glaubwürdigkeit verkörpern

Ein professionelles Design und ansprechende Texte sind ein guter Start, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Im nächsten Schritt ist es wichtig, die Elemente der Website schnell erreichbar zu machen, die die Seriosität und Glaubwürdigkeit des Unternehmens hervorheben. Kundenmeinungen oder Hinweise auf Erwähnungen in der Presse bieten hierfür die Möglichkeit.

3. Was mache Ich als nächstes?

Hier klicken, hier klicken und mehr erfahren, hier anmelden, Los geht´s etc. Klare Handlungsaufforderungen bzw. Call-to-action Buttons sind ein kritischer Faktor für den Erfolg der Website. Sie erleichtern dem Nutzer die Navigation auf der Seite und sind gleichzeitig ein bewährtes Mittel, um Besucher zu bestimmten Aktionen zu leiten

 

Der Eingangsbereich ihres Unternehmens

Sehen Sie die Website als Eingangsbereich Ihres Unternehmens, als wichtigsten Zugang zu Ihren Produkten und Leistungen, wichtiger noch als der Eingang zu Ihrem Büro oder zum Firmengelände. Wichtiger, da vermutlich mehr Menschen den digitalen Eingang benutzen, um zu Ihnen zu gelangen. Stellen Sie sich die Frage: „Warum sollte jemand meinen Eingang benutzen, wenn er aussieht wie ein verlassenes Gebäude mit Graffiti an den wenigen noch vorhanden Fenstern.

Eine erfolgreiche Website basiert auf einer Strategie, sie ist nicht die Strategie selber, dennoch ist sie die Komponente, anhand derer Ihr Unternehmen von der Außenwelt beurteilt wird. Daher ist eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen. Die Website sollte anhand von Leitfragen zu Anforderungen und Spezifikation der Zielkunden geplant und erstellt werden. Sie sollte Professionalität, Design, Glaubwürdigkeit und Funktionalität verkörpern. Sie ist der Startpunkt für die Digitale Transformation Ihres Unternehmens. Allerdings kann Sie nur Hand in Hand mit einer digitalen Strategie funktionieren. Ohne eine vorher festgelegte Gesamtstrategie kann das Design oder Redesign Ihrer Unternehmenswebsite, neben der Geldverschwendung, schnell zu einem frustrierenden Grab von digitalen Ambitionen werden.

Eine eigene Website? Brauch ich nicht!

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Jonathan Habicht
Jonathan Habicht ist seit 2016 als Berater für die digitale Transformation tätig. Nach dreijähriger Erfahrung in verschiedenen Startup-Unternehmen möchte er nun traditionelle Unternehmen auf das digitale Zeitalter vorbereiten und ihnen bei diesem Schritt helfen. Jonathan schreibt über digitale Transformation und technologische Trends.