Die Sonne scheint, das Eis schmilzt, der Strandurlaub steht vor der Tür und Sie denken an Weihnachten. Wenn das der Fall ist, dann sind Sie mit ziemlicher Sicherheit im Bereich Marketing und Public Relations tätig, denn viele Unternehmen fangen bereits im Juni/Juli mit der Vorbereitung für die Weihnachtskampagne an. Besonders im englischsprachigen Raum setzten sich PR-Events wie Christmas in July immer mehr durch. Dabei präsentieren besonders Fashionmarken und Retailer den Journalisten ihre Geschenkideen für die kommende Weihnachtszeit, um im Idealfall in Geschenke-Guides diverser großer Magazine gefeatured zu werden – denn auch diese werden natürlich häufig Monate vorher zusammengestellt.  Für viele Unternehmen besonders im Retail- oder Fashionsektor ist die Weihnachtszeit die Hauptumsatzzeit und diese will daher auch mit entsprechender Umsicht geplant werden. Dabei spielt selbstverständlich besonders für kleinere Unternehmen das Budget eine große Rolle. Wie kann man also eine erfolgreiche Weihnachtskampagne im Sommer planen, die nicht das Budget sprengt und trotzdem kreativ ist?

Ideenfindung

Sentimentale Weihnachtswerbungen und Marketingkampagnen nehmen auch im deutschsprachigen Raum immer mehr an Bedeutung zu. 2015 hat besonders Edeka mit der Werbung #heimkommen für großes mediales Aufsehen gesorgt, was natürlich der Traum für jede Firma ist. Aber wie kommt man auf eine solche Idee? Prinzipiell gilt, dass beim Brainstorm im Juni oder Juli keine Idee zu groß oder zu verrückt ist. Eine Idee in einen etwas kleinen Rahmen runterzubrechen, ist deutlich einfacher, als eine kleine, schlichtere Idee zu nehmen und diese plötzlich groß und allumfassend zu machen.

 

 

Dabei lohnt es sich auch, einfach mal ein bisschen außerhalb der Box zu denken. Ein Beispiel dafür ist die Weihnachtskampagne aus dem Jahr 2016, die sich um das Thema Märchen drehte. Die Marke verkauft luxuriöse Lederwaren, was auf den ersten Blick vielleicht nicht wirklich zu Grimms Märchen passt. Bei einem genaueren Blick wurden gewisse Gemeinsamkeiten aber schnell deutlich, denn in Märchen geht es häufig um die die Bestätigung der sozialen Werte der Mittelklasse, um schönes Aussehen, um Loyalität, sowie häufig um einen Traum von einer besseren Welt. Mit diesen Aspekten identifiziert sich die Marke ebenfalls und daher passt das Märchen Konzept perfekt.

Zudem ist die zauberhafte Welt der Märchen für viele Leute mit einem Gefühl von Nostalgie und den eigenen Kindheitserinnerungen verbunden, was besonders für die Weihnachtszeit sehr passend ist – schließlich geht es zu Weihnachten um die Familie und um gemütliches Beisammensein. Das Thema Märchen versetzt die Kunden also direkt in die richtige Stimmungslage für den Weihnachtseinkauf. Viele Marketingkampagnen machen allerdings den Fehler, nur auf gute Verkaufszahlen ausgelegt zu sein. Dabei bietet gerade diese Zeit eine gute Möglichkeit für Marken, die Kunden emotional zu erreichen und diese dann sanft und mit Gefühl zu einem Kauf der Produkte zu stimulieren.

Visuelle Aspekte

Eine Idee für die Weihnachtszeit kann noch so toll sein, aber wenn sie nicht mit den entsprechenden visuellen Aspekten unterstützt ist, dann wird es nichts mit einer erfolgreichen Weihnachtskampagne. Dabei müssen eine Vielzahl an Dingen beachtet werden, um ein rundum passendes Konzept für die Zielgruppe zu erstellen.

Für eine Weihnachtskampagne zum Beispiel in der Fashionindustrie werden Lifestyle Fotos sowie Werbevideos gebraucht und häufig werden dann auch gleich Stillleben Fotos geschossen. Passend zum Thema der Kampagne, also zum Beispiel Märchen, müssen natürlich dann auch noch Dinge wie Geschenke-Tags und Verpackungsbeilagen designt und produziert werden. Die Website, die sozialen Netzwerke sowie alle Pressemitteilungen müssen vom Stil her natürlich ebenfalls für Weihnachten vorbereitet werden, denn wenn die Kunden zwar märchenhafte Bilder sehen, aber der Text drumrum schlicht und einfach ist, dann kreiert das nicht die richtige Stimmung – und das kann der Unterschied zwischen einer erfolgreichen Weihnachtskampagne und einem netten Versuch sein. Da die Produktion der visuellen Aspekte – mal ganz abgesehen von der eigentlichen Ideenfindung – seine Zeit dauert, sollten alle Marketing und PR Fachleute bereits jetzt tief in den Weihnachtsvorbereitungen stecken. Und nicht vergessen, mit einer guten Weihnachtskampagne werden keine Produkte verkauft, sondern es wird das Gefühl verkauft, wie schön Schenken eigentlich sein kann.

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Nicole Rohde
Nicole Rohde ist seit Oktober 2016 Gastautorin bei Denkhandwerker. Sie ist Senior PR Ecommerce Executive für die britische Fashionmarke Maxwell Scott und betreut dort die Public Relations Aktivitäten für Deutschland, Österreich und die Schweiz.